GEW:

"Gewalt gegen Lehrkräfte in Kolumbien beenden!"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat gefordert, die Gewalt gegen Lehrkräfte in Kolumbien sofort zu beenden. "Lehrerinnen und Lehrer werden in vielen Staaten bedroht und verfolgt. Besonders dramatisch ist die Situation in Kolumbien. Allein im vergangenen Jahr sind in dem lateinamerikanischen Land 17 Lehrerinnen und Lehrer ermordet worden. Die Bundesregierung muss ihren Einfluss stärker nutzen und den Druck erhöhen, damit die kolumbianische Regierung Schulen und Lehrkräfte besser vor Gewalt schützt", verlangte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne heute mit Blick auf den "Weltlehrertag" am Freitag.

04.10.2012 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Wer als Lehrer in Kolumbien politisch engagiert oder gewerkschaftlich aktiv ist, müsse oft in Angst leben. Seit Anfang der 1990er Jahre seien in dem Land mehr als 800 Lehrkräfte ermordet worden. Anonyme Graffitis mit Todesdrohungen an Schulen und Privathäusern oder Entführungen von Familienangehörigen seien Alltag, sagte der GEW-Vorsitzende. Im Kampf zwischen Guerilla, Paramilitärs, Drogenbanden und staatlichen Sicherheitskräften gerieten Lehrerinnen und Lehrer zwischen die Fronten, wenn sie für die Neutralität ihrer Schule und die Unversehrtheit ihrer Schüler eintreten. Immer wieder würden Schulen von den Konfliktparteien missbraucht, um hier Unterschlupf zu suchen oder sich zu versammeln. Die ermordeten Pädagogen gehörten der kolumbianischen Lehrergewerkschaft an, so gut wie nie würden die Mörder gefasst und zur Rechenschaft gezogen. "Es ist ein Skandal, dass in Kolumbien permanent die Menschenrechten verletzt und Gewaltverbrechen meist ungestraft bleiben", unterstrich Thöne. "Wann hört das endlich auf? Die Verbrechen müssen systematisch strafrechtlich verfolgt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden."

Info: Der Weltlehrertag 2012 steht unter dem Motto "Take a stand for teachers!" Er wird seit 1994 alljährlich am 5. Oktober gefeiert. Die UNESCO, die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Bildungsinternationale (BI) haben den Weltlehrertag ins Leben gerufen. Der 5. Oktober ist für die internationale Bildungsbewegung ein herausragendes Datum: 1964 haben UNESCO und ILO die "Charta zum Status der Lehrerinnen und Lehrer" angenommen. Zum ersten Mal war es damit gelungen, in einem internationalen Konsens den Status des Lehrberufs in der Gesellschaft und die Verpflichtung der Politik zur Sicherung ausreichender Arbeits- und Lebensbedingungen für Pädagoginnen und Pädagogen festzuschreiben.


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