Globales Lernen: Berliner Schulen öffnen sich NRO´s (1)

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat heute gemeinsam mit dem Berliner entwicklungspolitischen Ratschlag e.V. (BER) eine enge Zusammenarbeit vereinbart.

18.12.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Der BER e.V. ist der Berliner Verband von 70 entwicklungspolitischen Initiativen, Vereinen und Gruppen, die sich u.a. um Partnerschaftsprojekte, Entwicklungsarbeit im Süden, Migrations- und Integrationsarbeit und auch um entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Berlin kümmern. Die NROs bieten Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit an, im Bereich des Globalen Lernens und im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung, des interkulturellen Lernens und vieles mehr.

So wurde nun vereinbart, dass der Zugang der NROs zu und eine enge Kooperationsarbeit beispielsweise durch Unterrichtsveranstaltungen , Projekttage oder Projektwochen, Herstellung und Betreuung von Nord-Süd-Schulpartnerschaften mit Berliner Schulen zur Verbesserung des Globalen Lernens durch die Senatsverwaltung ermöglicht werden soll. Globales Lernen vermittelt die Zusammenhänge von Entwicklungen in der gesamten Welt fächerübergreifend und fördert das interkulturelle, ökologische und ökonomische Verständnis der Schüler.

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Mit dieser Vereinbarung regeln wir die systematische und umfassende Zusammenarbeit mit den Anbietern des Globalen Lernens. Gleichzeitig wird ein Katalog von Qualitätskriterien sicherstellen, dass nur seriöse und kompetente Anbieter den Schulen empfohlen werden."

Sylvia Werther, Sprecherin des BER, betont wie wichtig die Verankerung des Globalen Lernens gerade in einer Stadt wie Berlin ist: " Berlin möchte multikulturell und weltoffen sein. Dafür muss es aber auch etwas tun. Die Verankerung des Globalen Lernens ist dafür ein nötiger Schritt. Denn Globales Lernen vermittelt exemplarisch, wie Entwicklungen in allen Teilen der Welt zusammenhängen. Dieses Bildungskonzept befähigt zum Perspektivwechsel – Alltag, Kultur und Arbeitswelt, soziale und politische Anliegen von Menschen in verschiedenen Weltregionen werden verständlich."

Das Schulgesetz sieht die Öffnung der Schulen nach Außen und die Einbeziehung außerschulischer Partner in die schulischen Lernprozesse vor. Die jetzige Rahmenvereinbarung ergänzt den im Juni 2007 von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung verabschiedeten "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung", der Globales Lernen im Berliner Rahmenplan festgelegt hat.

Organisationen, die in die Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Schule und entwicklungspolitischen Initiativen in der Berliner Schule aufgenommen werden möchten, arbeiten nach folgenden Prinzipien

Der Anbieter gewährleistet verlässliche Strukturen und kann seine Angebote kompetent ausführen.

Grundlage der Arbeit sind der Respekt gegenüber kulturellen Orientierungen und Toleranz gegenüber anderen Sichtweisen, sofern diese die Menschenwürde nicht verletzen. Menschen auf allen Kontinenten sind Subjekte ihres Handelns und nicht Objekte von Hilfe. Die Veranstaltungen gehen von der grundsätzlichen Fähigkeit der Menschen aus, ihr Leben in eigener Verantwortung gestalten zu können.

Alle Formen von Diskriminierung werden in geeigneter Form in den Veranstaltungen zurück gewiesen. Inhalte und Formulierungen, die als diskriminierend verstanden werden können, werden entweder vermieden oder zum Thema gemacht und hinterfragt.

Das Bildungsangebot orientiert sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und den Grundsätzen Globalen Lernens. Es bemüht sich um eine Vernetzung der Bereiche Soziales, Politik, Umwelt und Wirtschaft im lokalen und globalen Kontext mit dem Ziel der Zukunftsfähigkeit.

Das Bildungsangebot regt die Zielgruppe zu einer vertieften Auseinandersetzung und Urteilsfähigkeit im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung und des Globalen Lernens an und soll den Teilnehmenden konkrete individuelle und gesellschaftliche Handlungsperspektiven aufzeigen.

Das Bildungsangebot ermöglicht und fördert die Gewinnung eines selbständigen Urteils im Sinne der politischen Bildung. In den Veranstaltungen wird nicht versucht, die Teilnehmenden mit indoktrinierenden Meinungsbildern zu überwältigen und sie damit an der Gewinnung eines selbständigen Urteils zu hindern. Jede Veranstaltung beinhaltet eine prinzipielle Offenheit, die es erlaubt, zwischen verschiedenen Lösungswegen entscheiden zu können.

(1) NRO = Abk. für Nichtregierungsorganisation, engl. NGO


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden