Hamburg

Goosacker: Schulprobleme können vor Ort gelöst werden

Die 7. Klassen der Stadtteilschulen sind auf durchschnittlich 25,8 Kinder pro Klasse angewachsen. Diese Klassen waren 2010 bereits mit sehr vielen Schülern eingeschult worden und müssen jetzt eine hohe Zahl von Rückläufern aus den Gymnasien sowie zusätzlich zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus den so genannten Primarschul-Starterklassen aufnehmen.

08.08.2012 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

In den künftigen 7. Klassen werden deutlich weniger Schülerinnen und Schüler aus den Starterschulen erwartet, weil nur noch an 4 Schulversuchsschulen die 6-jährige Grundschule fortgesetzt wird. Darüber hinaus hat die Schulbehörde eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um dem Problem der großen Klassen zu begegnen:

  • Seit 2011 werden deutlich kleinere 5. Klassen an den Stadtteilschulen eingerichtet. Die Durchschnittsgröße der 2012 eingerichteten 5. Klassen der Stadteilschulen beträgt beispielweise nur noch 21,7 Kinder pro Klasse. Dadurch ist gewährleitet, dass die künftigen 7. Klassen rund 1-2 Rückläufer aus den Gymnasien aufnehmen können, ohne zu groß zu werden. Nur in besonderen regional begründeten Ausnahmen wird es dann noch größere – oder auch deutlich kleinere – Klassen geben.
  • Alle Stadtteilschulen – auch die Schule Goosacker - haben so viele Lehrerstellen zugewiesen bekommen, dass sie große Klassen dauerhaft oder stundenweise in kleine Gruppen teilen können. Die Lehrer-Zuweisung ist abhängig von der Schülerzahl und so bemessen, dass eine Schulklasse ab 21 Kindern eingerichtet werden kann. Jede Schule darf selbst entscheiden, ob sie beispielsweise aus vier Parallelklassen mit 27 Schülern fünf kleinere Klassen mit 21 bis 22 Schülern entwickelt. Oft wehren sich allerdings Lehrer und Eltern dagegen, Klassen aufzulösen und neu zusammenzusetzen. Deshalb bekommen Schulen mit großen Klassen zusätzliche Lehrerstunden, um die Klasse stundenweise oder tageweise in kleinen Gruppen unterrichten zu können. Die Schule Goosacker bekommt für ihre beiden großen Klassen Lehrerstellen für rund 18 zusätzliche Unterrichtsstunden und kann damit selbstverständlich eine ausreichende Zahl von Teilungsstunden und Doppelbesetzung sicherstellen.
  • Das Gymnasium stellt mit dem achtjährigen Weg zum Abitur hohe Ansprüche. Zu viele Kinder scheitern in den ersten beiden Jahren. Dabei bieten die Stadteilschulen hervorragende Chancen, in neun Jahren das gleiche Abitur wie am Gymnasium zu machen. Die hohe Zahl der Abschulungen vom Gymnasium zeigt, dass die Prognose für viele Schülerinnen und Schüler nach Klasse 4 oft falsch ist und auch die Eltern beim Schulwechsel nach Klasse 4 sorgfältiger beraten werden müssen. Die Schulbehörde wird in Zusammenarbeit mit Schulleitern und Fachleuten jetzt Verbesserungsmaßnahmen erörtern.

Um die Raumsituation der Schule Goosacker zu verbessern, ist ein Umzug der Schule in ein wesentlich größeres Schulgebäude vorgesehen (siehe Schulentwicklungsplan). In der Übergangszeit gibt es jedoch am Standort Goosacker genug Klassen- und Unterrichtsräume. So verfügt die Grundschule mit 12 Klassen über 12 Klassenräume (davon ein mobiler Klassenraum), 1,5 Fachräume und 2 Differenzierungsräume. Die Stadtteilschule mit 19 Klassen verfügt über 19 Klassenräume (davon drei mobile Klassenräume und drei Klassenräume am benachbarten Lise-Meitner-Gymnasium), 6,5 Fachräume und drei Differenzierungsräume.

Die Stadteilschule Goosacker hat in den beiden 7. Klassen sechs Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache und emotionale Entwicklung. Zulässig sind maximal vier pro Klasse, dieser Wert wird hier sogar unterschritten. Für diese Schülerinnen und Schüler bekommt die Schule im gleichen Umfang wie alle anderen Hamburger Schulen zusätzliche Lehrerstunden zugewiesen. Diese Zuweisung ist höher als die Zuweisung aller anderen Bundesländer.

Schulsenator Ties Rabe hat jetzt die Schulaufsicht gebeten, mit der Schulleitung und den Eltern vor Ort die Probleme zu erörtern und Lösungen zu entwickeln.


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