Hamburg isoliert sich weiter

Der Senat hat Verhandlungen mit der GEW über Altersteilzeit und Altersermäßigung für Beschäftigte an den Schulen harsch abgelehnt. Der Staatsrat der Senatskanzlei, Dr. Volkmar Schön, führt in seinem Schreiben an die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW Hamburg aus: "Es wäre diesbezüglich geradezu kontraproduktiv, jetzt Maßnahmen einzuführen, die die Anhebung der Altersgrenze für den größten Personalkörper in der hamburgischen Verwaltung zumindest relativieren würden."

28.01.2009 Hamburg Pressemeldung GEW Hamburg

Auch Altersentlastung stehe für den Senat nicht zur Debatte. "…zu gewährende Entlastungen sind in der Verordnung über die Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer an staatlichen Schulen abschließend geregelt", so Schön.

Die GEW zeigt sich empört: "Alle Argumente sind auf unserer Seite: Hamburg ist nach wie vor das einzige Bundesland, in dem es weder Altersteilzeit noch Altersermäßigung für LehrerInnen gibt. Hamburg hat nach Bremen die älteste Lehrerschaft in der Republik, jede vierte Lehrkraft muss aus Gesundheitsgründen vorzeitig in den Ruhestand", so Sigrid Strauß, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hamburg. Dagegen nichts zu unternehmen, sondern im Gegenteil die Belastungen immer mehr zu erhöhen sei eine Frechheit.

Zudem sei es schlechter Stil, so Strauß weiter, dass der Amtsleiter für Schule, Norbert Rosenboom, auf der Demonstration am 27. November ´08 rund 2.500 älteren LehrerInnen die Aufnahme von Gesprächen zugesagt habe und der Senat diese nun rüde ablehne. Strauß warnt: "Die GEW bereitet weitere Protestaktionen vor. Unsere KollegInnen haben wirklich genug davon, eine Reform nach der anderen ohne jeden Ausgleich umsetzen zu sollen. Und sie haben keine Scheu, jederzeit lautstark für ihre berechtigten Interessen auf die Straße zu gehen!"

Zum Hintergrund:
Am 27.11.2008 hatten 2.500 mehrheitlich ältere LehrerInnen und andere an Schulen Beschäftigte vor der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) für Altersteilzeit und Altersentlastung demonstriert. Die GEW hatte sich anschließend mit Informationen zum Thema an alle Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft gewandt und im Dezember den Senat zu Verhandlungen aufgefordert.

Ansprechpartner

GEW Hamburg

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden