HR-Umfrage bestätigt GEW: Von ´Unterrichts´garantie kann keine Rede sein
"Die vom HR durchgeführte Umfrage zur sogenannten "Unterrichtsgarantie Plus" bestätigt in vollem Umfang die Einschätzung der GEW Hessen: Es gibt keinen garantierten Unterricht, sondern bei Unterrichtsausfall allenfalls eine mehr oder minder qualifizierte Betreuung", so der Landesvorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, anlässlich der 100-Tage-Bilanz der hessischen Kultusministerin.
06.12.2006 Hessen Pressemeldung GEW Hessen"Keinesfalls ist jede gehaltene Schulstunde – wie aus dem Ministerium immer dargestellt - besser als eine ausgefallene Schulstunde", stellt Nagel fest. Nach seiner Erfahrung gehört der Vertretungsunterricht zu den schwierigsten pädagogischen Aufgaben, auch für Lehrkräfte. "Gerade diese pädagogisch schwierige Aufgabe nicht für den Unterricht ausgebildeten Personen aufzutragen, kann sogar schaden. Besonders in Zeiten zunehmender zentraler Prüfungen haben Kinder und Jugendliche ein Recht auf qualifizierten Fachunterricht", bekräftigt der hessische GEW-Vorsitzende.
Zudem kritisiert er, dass die Verwendung des Begriffes "Unterricht" im Zusammenhang mit der stattfindenden Betreuung dessen Bedeutung untergräbt. "Wer grundsätzlich alles in der Schule als Unterricht bezeichnet, muss sich nicht wundern, wenn Schüler Unterricht insgesamt nicht ernst nehmen", führt Nagel aus. Viele Lehrerinnen und Lehrer berichten, dass sie im Anschluss an solche Stunden sehr viel Zeit benötigen, um die Arbeitsfähigkeit der Lerngruppe wieder herzustellen.
"Proteste von Schülerinnen und Schülern und die Kritik der Schulleitungen, gerade bei zunehmendem Vertretungsbedarf, sind ein eindeutiger Beleg für das Scheitern der sogenannten "Unterrichtsgarantie Plus", so Nagel. "Doch 100-Tage-Bilanzen sind unsere Sache nicht. Wir haben deshalb gemeinsam mit der Landesschülervertretung und dem Elternbund Hessen eine eigene Umfrage unter dem Motto "Die Spitze des Eisberges" gestartet. Bis zum Februar des nächsten Jahres wollen wir die längerfristigen Erfahrungen an den Schulen sammeln und danach die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen. Die entsprechenden Unterlagen können Interessierte auch von unserer Homepage www.gew-hessen.de herunterladen und uns ihre Erfahrungen per Mail übermitteln", so Jochen Nagel abschließend.
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