Initiative "Länger gemeinsam lernen" sieht sich in ihren Forderungen durch die OECD bestätigt
Die baden-württembergische Initiative "Länger gemeinsam lernen" sieht sich in ihren Forderungen nach einem längeren gemeinsamen Lernen aller Schüler durch die aktuellen Empfehlungen der 29 OECD Mitgliedsstaaten bestätigt.
15.04.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Initiative "Länger gemeinsam lernen - Baden Württemberg"Die Initiative organisierte sich aus einem Offenen Brief der sogenannten "Schulrebellen" an Kultusminister Rau. In diesem Brief, der vor einem Jahr veröffentlicht wurde, forderten über 100 Schulleitungen die baden-württembergische Landes- und Bildungspolitik auf, einen längst überfälligen Paradigmenwechsel einzuleiten - weg vom selektiven dreigliedrigen Schulsystem, hin zu einem integrativen Schulsystem, in dem Kinder und Jugendliche, wie in anderen Staaten üblich, länger gemeinsam miteinander und voneinander lernen und dabei individuell gefördert werden. Diese Forderung wird mittlerweile von immer mehr Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Verbänden und zunehmend auch auf kommunaler Ebene in Baden Württemberg unterstützt.
Nicht zum ersten Mal wird diese Forderung auch von internationaler Seite an die hiesigen Bildungspolitiker gestellt. u. a. kam sie bereits von den zwölf Bildungsministern der Europäischen Union, der UNESCO und von UN Menschenrechtsexperte Munoz.
Die im weltweiten Vergleich nur noch in Österreich und Deutschland übliche frühe Aufteilung Zehnjähriger auf verschiedene Schulformen wie Gymnasium oder Hauptschule wird als ein wesentlicher Grund für die fehlende Chancengleichheit gesehen. Hier offenbart Baden- Württemberg auch im nationalen Vergleich eine besondere Schwäche.
Auch von Industrieverbänden und Kammern wird immer eindringlicher gewarnt, dass durch unser selektives Schulsystem zu viele Talente ungenutzt bleiben und damit wirtschaftliche Chancen verschenkt werden. Ob nun aus wirtschaftlichen Gründen oder für mehr Gerechtigkeit: Es wird Zeit, sich zu bewegen.
Der dafür notwendige Umbau des Schulsystems sollte gut vorbereitet werden und ist nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Umso wichtiger wäre es, dass endlich eine parteiübergreifende Verständigung über das Ziel eines integrativen Schulwesens hergestellt und mit der Planung geeigneter Umsetzungsschritte begonnen wird, um endlich den weltweit einzigartigen Sonderweg der frühen Trennung unserer Kinder in verschiedene Schularten zu überwinden und internationalen Standard zu erreichen.
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