"Inklusive Schule verwirklichen – Sonderpädagogische Förderung in den allgemeinen Schulen"

- "Entwurf eines Gesetzes zur Verwirklichung des Rechtes auf Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Schule" und "Inklusive Schule verwirklichen – Sonderpädagogische Förderung in den allgemeinen Schulen" - Landtagsrede von Frau Ministerin Elisabeth Heister-Neumann TOP 15/16 "Förderschulen" (Es gilt das gesprochene Wort!)

15.01.2009 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

Anrede,
die Schulpolitik dieser Landesregierung hat ein klares Ziel:

Keiner darf verloren gehen.

Der Maßstab unseres bildungs- und schulpolitischen Handelns ist das Kindeswohl. Dies gilt für alle Kinder und Jugendlichen und schließt ausdrücklich auch die Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf ein.

Jedes Kind, jeder Jugendliche hat ein Recht auf eine angemessene Förderung. Das bedeutet, dass wir dem jeweiligen individuellen sonderpädagogischen Förderbedarf in notwendigem Umfang erfüllen – Ich weiß, dass wir in diesem Haus in dieser Auffassung übereinstimmen.

Ich weiß auch, dass in der Vergangenheit die diffizilen Fragen der sonderpädagogischen Förderung insbesondere durch gemeinsame Anstrengungen gelöst wurden. Deshalb will ich an dieser Stelle dafür plädieren, dass wir auf diesem Weg weiter gehen. Wir haben ein gemeinsames Ziel: Das Wohl unserer Kinder

Wir haben im Jahr 2005 die sonderpädagogische Förderung in unserem Land grundsätzlich umfassend und neu geregelt. Wir haben die positiven Erfahrungen mit dem Konzept "Lernen unter einem Dach" festgeschrieben.

In unserem System der sonderpädagogischen Förderung sind die Pluralität der Förderorte, die Vielfalt der Organisationsformen sonderpädagogischer Förderung sowie die Weiterentwicklung des Systems durch Regionale Konzepte die Kernelemente, um unsere Kinder in bestmöglicher Weise zu fördern.

Die Entwicklungen, die Rückmeldungen und die vorliegenden Anträge auf Ausweitungen belegen für uns die Richtigkeit des behutsam beschrittenen Weges.

  • Jede dritte Grundschule ist mit einer sonderpädagogischen Grundversorgung für die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache sowie Emotionale und Soziale Entwicklung ausgestattet.

  • Durch die Ausweitung und Kombination der Angebote zur sonderpädagogischen Förderung sind die Zahlen der Kinder beispielsweise an den Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen um 22 Prozent von 26.000 in 2003 auf unter 20.000 in 2008 gesunken.

  • Die Zahl der Integrationsklassen stieg allein im Zeitraum von 2005 bis 2007 von 255 auf 290.

Tatsache ist: Wir setzen bereits in der Grundschule auf Prävention und können dadurch Förderbedarf in den weiteren Schulformen vermeiden. In unserem Land erreichen wir es, dass 96 % die allgemeinen Schulen besuchen. Das ist der zweitbeste Wert bundesweit.

Deswegen lehnen wir verkürzt präsentierte Patentrezepte nach Abschaffung der Förderschulen ab, weil sie der differenzierten Problematik nicht gerecht werden!

Unsere Förderschullehrkräfte und ihre Träger leisten ausgezeichnete Arbeit. Dies zeigt uns das Beispiel der Schule am Voßbarg in Rastede. Sie wurde erst vor wenigen Wochen als Preisträger beim deutschen Schulpreis ausgezeichnet!

Ich bin aber der Auffassung, dass in den Begründungen für den Gesetzentwurf und für den Entschließungsantrag manches enthalten ist, um in eine weiterführende Diskussion über die Perspektiven sonderpädagogischer Förderung einzutreten.

Möglichkeiten oder sogar Notwendigkeiten des Handelns sollten und werden wir uns stellen – öffentlich und unter Beteiligung der relevanten Gruppen. Hier geht es um Kinder und Jugendliche mit ganz besonderen Ansprüchen, denen wir gemeinsam gerecht werden müssen. Das Ziel dieser Landesregierung ist klar: Keiner darf verloren gehen!

Ich bin sicher, dass eine vertiefte Diskussion im Kultusausschuss bei der Weiterentwicklung unseres niedersächsischen Weges hilfreich sein wird.


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