Inklusiver Unterricht wird in Hessen weiter ausgebaut
"Auch in diesem Schuljahr können wieder mehr Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigung oder Behinderung an der allgemeinen Schule gefördert und unterrichtet werden. Die Ergebnisse des zweiten Jahres nach Einführung der neuen rechtlichen Grundlagen zeigen deutlich, dass die Schulen dem Entwicklungsprozess schulischer Inklusion aufgeschlossen gegenüber stehen und ihre Aufgaben mit großer Verantwortung tragen", so Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz. Förderausschüsse an Schulen beraten über Förderung
13.05.2014 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenIm Vorfeld des angelaufenen Schuljahres tagte 2.990-mal ein Förderausschuss, in dem Eltern, Lehrkräfte aus der allgemeinen Schule und aus den Beratungs- und Förderzentren zusammen mit der Schulleitung der jeweiligen allgemeinen Schule darüber beraten, wie die Schülerinnen und Schüler individuell am besten gefördert werden können. Im Ergebnis konnten 2.174 Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung neu an allgemeinen Schulen aufgenommen werden. Bei 271 Schülerinnen und Schülern ergab die Empfehlung des Förderausschusses keinen Anspruch auf sonderpädagogische Förderung.
471 Förderausschüsse führten zu einer einstimmigen Empfehlung von Lehrkräften und Eltern für den Besuch einer Förderschule. Damit wird deutlich, dass Eltern die Wahl einer Förderschule auch weiterhin offen steht und dies auch von ihnen angenommen wird. Grundsätzlich sind die Förderschulen Durchgangsschulen. Dort werden Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert und so auf eine Rückkehr an die allgemeine Schule vorbereitet.
Schulamt prüft Empfehlungen des Förderausschusses
Bei 74 von insgesamt 2.719 Schülerinnen und Schülern (also rund 2,7%) wurde dem Antrag auf inklusive Beschulung nicht stattgegeben, nachdem sich bereits der Förderausschuss nicht auf eine einstimmige Empfehlung hatte einigen können. Dies geschah dann, wenn beispielsweise die Schule das Kind nicht entsprechend fördern konnte oder die für eine inklusive Beschulung notwendigen personellen, räumlichen oder sächlichen Voraussetzungen nicht bestanden. In jedem Einzelfall hat das Staatliche Schulamt die Empfehlung des Förderausschusses geprüft. Von den Schülerinnen und Schülern, bei denen die inklusive Beschulung abgelehnt wurde, stellten jene mit dem Förderschwerpunkt Lernen und geistige Entwicklung den größten Anteil, gefolgt von Kindern mit Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung. Zudem war je ein Kind in den Förderschwerpunkten Sprachheilförderung und körperliche und motorische Entwicklung betroffen.
Weitere Stellen für Förderlehrer in den nächsten Schuljahren
"In diesem Jahr konnten wir wieder weit mehr als die in Aussicht gestellten 40 zusätzlichen Stellen für den Ausbau des inklusiven Unterrichts bereitstellen. Inzwischen wird die allgemeine Schule mit rund 1690 Förderschullehrerstellen in der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung oder Behinderung unterstützt. Auch in den nächsten Schuljahren werden wir weitere zusätzliche Stellen für den Inklusiven Unterricht zur Verfügung stellen."
Darüber hinaus erfolgt eine sonderpädagogische Unterstützung der allgemeinen Schulen nicht nur bei Schülerinnen und Schülern mit festgestelltem Anspruch. Derzeit werden mit diesem Angebot über 23.000 Kinder und Jugendliche an allgemeinen Schulen sonderpädagogisch unterstützt. "Schulen erhalten grundsätzlich sonderpädagogische Unterstützung auch ohne ein aufwändiges Feststellungsverfahren. Die Ergebnisse zeigen den hohen Stellenwert der präventiven Arbeit der Beratungs- und Förderzentren in Hessen", hob Professor Lorz hervor.
"Es wird deutlich, dass Hessen weiterhin einen guten Weg beschreitet und immer mehr Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung oder Behinderung den Besuch der allgemeinen Schulen ermöglicht. An dieser Stelle möchte ich den Lehrkräften der allgemeinen Schule, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern der Beratungs- und Förderzentren bzw. der Förderschulen für ihre engagierte Arbeit im Sinne einer inklusiven Schulentwicklung herzlich danken", betonte Prof. Lorz abschließend.
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