IVL zum Sekundarlehrer-Studium: "Ein Universal-Lehrer ist illusorisch und praxisfern!"
Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) kritisiert die Neuausrichtung der Lehrerausbildung vor allem im Bereich der Sekundarstufe I.
12.09.2013 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein"Die Einführung eines Grundschullehramtes ist durchaus sinnvoll, aber für die Sekundarstufe I einen Einheitslehrer zu kreieren, ist nichts anders als die Vorbereitung der Einheitsschule durch die Hintertür!", warnt die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius.
So wie die Einheitsschule nach Ansicht der IVL nicht die Antwort auf die vielen unterschiedlichen Anforderungsniveaus und Bedürfnisse der Kinder sein kann, so illusorisch ist es, zu glauben, man könne einen "Universallehrer" ausbilden. Der Spagat zwischen den pädagogisch-diagnostischen Kompetenzfeldern der Förderschule über die spezifischen Merkmale der Bildungsgänge Haupt- und Realschule bis hin zur fachwissenschaftlichen Tiefe des Gymnasialunterrichts kann nicht von einer Person geleistet werden.
Durchaus misstrauisch beäugt die IVL die Ankündigung des sogenannten "Praxissemesters". Dabei ist der ausgebaute Praxisbezug während des Studiums grundsätzlich zu begrüßen, jedoch darf dies nicht zu Fehlentwicklungen in der Versorgung führen:
"Dass neuerdings im Schulgesetzentwurf die Zulassung von Studierenden für den Unterricht explizit genannt wird, darf am Ende nicht dazu führen, dass deren Lehrtätigkeit als vollwertiger Unterricht gewertet wird. Es handelt sich bei den angehenden Lehrkräften um Auszubildende, nicht um Lückenfüller für eine verfehlte Personalpolitik!", mahnt Rhenius abschließend.
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