Ja, ist denn schon Weihnachten? 15 Millionen mehr in die Bildung und Vollzeitbeschäftigung für Junglehrer

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Marc Reinhardt, überschlägt sich derzeit bei der Herausgabe von guten Nachrichten für den Lehrernachwuchs. Die GEW begrüßt das, aus ihrer Sicht, längst überfällige Ansinnen von Mehrinvestitionen im Bildungsbereich. Doch klingen die Versprechungen teilweise recht abenteuerlich.

05.08.2009 Pressemeldung GEW Thüringen

So spricht Reinhardt von einem "Quantensprung" in der "Bildungsqualität" sowie der "Vollbeschäftigung" und einem "Startpakt für jährlich 200 Junglehrer". Letzteres soll 2.500,- betragen. Außerdem gebe es wegen der gestiegenen Schülerzahlen Geld für "Stundenaufstockungen für Lehrer, die sich im System des Lehrerpersonalkonzeptes befinden". Weitere Gelder stünden für Fahrtkosten bereit. Doch damit ist der sommerliche Gabentisch noch längst nicht abschließend gefüllt. So verspricht Reinhardt darüber hinaus, dass zukünftig mehr Referendare eingestellt würden. Ihre Anzahl würde von derzeit "330 auf 493 (+153)" (alle Fehler im Original) angehoben. Sie sollen ab August 2010 eine Vollzeitbeschäftigung und ein höheres Einstiegsgehalt erhalten. Geprüft würde ebenfalls eine Verbeamtung von Junglehrern.

"Angesichts dieses Kataloges an Wohltaten und der zurückhaltenden Meldung des Regierungspartners SPD, drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein ambitionierter Jungpolitiker das Sommerloch zur eigenen Profilierung nutzen möchte.", sagt GEW-Referent Daniel Taprogge. Schon lange fordert die Bildungsgewerkschaft, mehr Referendare einzustellen. Darüber hinaus gehören die Aufwertung des Lehrerberufes durch eine Höhergruppierung im Tarifsystem, ein besseres Einstiegsgehalt für Junglehrer durch die Anerkennung des Referendariats sowie die Rückkehr in die Vollzeittätigkeit für alle Lehrer, die dies möchten, zu den bestehenden Forderungen der GEW.

"Verbesserungen für Berufseinsteiger dürfen jedoch nicht mit einer Schlechterstellung derjenigen Kolleginnen und Kollegen einhergehen, die schon länger im Beruf stehen.", betont Daniel Taprogge die Haltung der Bildungsgewerkschaft. So hätten diese sich über die Jahre im Lehrerpersonalkonzept solidarisch gegen den Stellenabbau gezeigt und auf Teilzeit gearbeitet. "In den letzten Verhandlungen zur Entwicklung des Lehrerpersonalkonzeptes war seitens des Bildungsministers, der ebenfalls der CDU angehört, jedoch von Stundenaufstockungen und mehr Geld für diese Berufsgruppe nie die Rede." So sei es auch fraglich, woher denn nun all die neuen Zahlen plötzlich kämen, zumal schon rein rechnerisch das ein oder andere nicht stimmen könne. Am Ende, so Daniel Taprogge, würde aus der Meldung wahrscheinlich ein echter Quantensprung, denn dieser beschreibt, physikalisch betrachtet, die kleinste Zustandsänderung in einem System.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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