Je ne parle pas...
(bikl/iw) Ob bei Staatsbesuchen, im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit oder anlässlich neuer Städtepartnerschaften: Stets betonen Deutsche und Franzosen, wie viel Wert sie auf die freundschaftlichen Beziehungen zum jeweiligen Nachbarn legen. Aber um die Französischkenntnisse der Deutschen bzw. die Deutschkenntnisse der Franzosen ist es nicht allzu gut bestellt. Das berichtet heute das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.
20.07.2005 ArtikelNur jeder zweite
So lernen nur 17 Prozent aller Jungen und Mädchen an deutschen Schulen Französisch. Englisch dagegen - das in aller Regel als erste Fremdsprache unterrichtet wird - pauken 71 Prozent. Um zum Abitur zugelassen zu werden, müssen die Schüler zwar zwei Fremdsprachen vorweisen können; bei der zweiten steht jedoch auch Latein - und gelegentlich Spanisch - zur Wahl. Im Schuljahr 2002/2003 erlernte hierzulande also nicht einmal jeder zweite Schüler die Sprache der Grande Nation. An den Realschulen, wo die zweite Fremdsprache nicht verpflichtend ist, lag der Anteil bei weniger als einem Viertel.
Umgekehrt gilt das Gleiche
Tendenziell nimmt die Bereitschaft der deutschen Jugendlichen, sich mit der Sprache Molières und Sartres zu beschäftigen, eher weiter ab: Zeigten 1997 noch 29 Prozent der deutschen Schüler Interesse, Französisch zu lernen, waren es vier Jahre später nur noch 22 Prozent. Die Bereitschaft ihrer französischen Altersgenossen, sich mit Goethe und Genitiv auseinander zu setzen, war sogar noch geringer und ebenfalls rückläufig.
Sollen wieder mehr junge Deutsche und Franzosen die jeweilige Nachbarsprache erlernen, wie es sich auch die Regierungen in Paris und Berlin zum Ziel gesetzt haben, müssen beide Seiten wohl kräftig die Werbetrommel rühren.
Anlage
IW-Statements - Bilateraler Fremdsprachenbedarf in Deutschland und Frankreich: Eine Bestandsaufnahme in Großunternehmen (im .pdf-Format).
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