Jugend forscht erfolgreich zu Kernfusion und Berberaffen
Für den 43. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich 19 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bayern qualifiziert. Die Landessieger 2008 wurden gestern in einer Feierstunde in Anwesenheit von Bernd Sibler, Staatssekretär im Kultusministerium, ausgezeichnet. Insgesamt waren 89 Teilnehmer mit 55 Projekten beim Landeswettbewerb angetreten, der von der Wacker Chemie AG im Deutschen Museum in München ausgerichtet wurde.
04.04.2008 Bayern Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Den Landessieg im Fachgebiet Arbeitswelt errangen Dominik Rupp (18) von der Rail.One GmbH und Bernhard Strobl (21) von der wodego GmbH aus Neumarkt in der Oberpfalz. Die Auszubildenden präsentierten einen innovativen Steckschlüsseleinsatz zum Schneiden von Außengewinden. Dabei umfassen mehrere Führungen das Werkstück und verhindern so einen fehlerhaften krummen Anschnitt. Ebenfalls im Fach Arbeitswelt erfolgreich war Kilian Böll (16) vom Röntgen-Gymnasium Würzburg. Der Schüler entwickelte ein System, das für mehr Sicherheit bei der Eingabe von PIN-Zahlen an Geldautomaten sorgt.
Laura Schmidhuber vom Gymnasium Freyung beschäftigte sich mit dem sogenannten Behavioural Enrichment, einer speziellen Beschäftigungstherapie für Zootiere. Die 19-Jährige beobachtete junge Berberaffen im Nürnberger Tiergarten und stellte mithilfe statistischer Tests fest, dass das Konzept eine sinnvolle Methode zur artgerechten Haltung der Tiere darstellt. Sie siegte im Fachgebiet Biologie. Den ersten Preis im Fach Chemie errangen Kerstin Dörner (17), Christina Geiger (16) und Irina Zaytseva (17) vom Josef-Effner-Gymnasium in Dachau. Ziel ihrer Arbeit war es, die Wirkung der heute kaum noch bekannten Heilpflanze Odermennig zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Kraut zwar nicht als Ersatz für Antibiotika eignet, zur Vorbeugung oder bei leichten Symptomen ist es aber durchaus zu empfehlen.
Mit einem Projekt zum Klimawandel siegte Florian Schober (16) vom Johannes-Gutenberg-Gymnasium Waldkirchen im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Er befasste sich mit der globalen Verdunklung infolge der vermehrten Verbrennung fossiler Energien. Auf diese Weise gelangen immer mehr Partikel aus Asche und Schwefeldioxid in die Atmosphäre, weshalb das Sonnenlicht zunehmend stärker reflektiert wird. Im Fach Mathematik/Informatik überzeugte Manuel Nutz (18) vom Willibald Gluck Gymnasium in Neumarkt in der Oberpfalz die Jury mit einer Arbeit zu mehrdimensionalen Räumen. Der Jungforscher hatte es sich zum Ziel gesetzt, Interessierten einen spielerischen Zugang zu diesem abstrakten Phänomen zu ermöglichen.
Gleich drei Projekte wurden im Fachgebiet Physik mit dem 1. Preis ausgezeichnet: Max Bigelmayr (20) von der Universität München, Magnus Anselm (21) und Sebastian Glasl (20) von der Technischen Universität München präsentierten einen selbst konstruierten portablen Kernfusionsreaktor. Dieser eröffnet neue Möglichkeiten für die Erforschung der physikalischen Grundlagen wie auch die Verbesserung der Effizienz dieser Technologie. Ebenfalls erfolgreich war Philip Schmidt (18) vom Werner-von-Siemens-Gymnasium in Weißenburg. Thema seines Projekts ist die theoretische Physik von Supraleitern und Suprafluidität. Dabei kombinierte er klassische Theorien mit den Erkenntnissen heutiger Forschung. Den Einfluss des Luftwiderstands auf fallende Körper analysierten Christian Hanka (17), Thomas Wiedemann (19) und Florian Wimmer (17) in ihrer preisgekrönten Arbeit. Dazu untersuchten die Schüler des Justus-von-Liebig-Gymnasiums in Neusäß das Fallverhalten unterschiedlich großer Kugeln in verschiedenen Gasen.
Felix Adamczyk (21) und Benedikt Seidl (21) vom Gymnasium Hilpoltstein überzeugten im Fachgebiet Technik mit ihrem mobilen Solar-EKG. Durch den Einsatz eines Blei-Akkus, der kontinuierlich durch die Sonne aufgeladen wird, ist das System nicht auf Netzstrom angewiesen. Somit eignet es sich insbesondere für den Einsatz in Entwicklungsländern. Mit dem Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit wurde Maria Hoyer (18) vom Gymnasium Gröbenzell ausgezeichnet. Die Nachwuchswissenschaftlerin befasste sich mit Fluoreszenzfarbstoffen, die in vielen Bereichen der Biologie verwendet werden. Darüber hinaus gelang es ihr, die Funktionsweise eines Fluoreszenzmikroskops zu optimieren.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet der 43. Bundeswettbewerb vom 22. bis 25. Mai 2008 in Bremerhaven statt. Das Finale wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und dem diesjährigen Bundespaten, den Unternehmensverbänden im Lande Bremen e. V., der Landesvereinigung der bremischen Arbeitgeberverbände.
Keine Kommentare vorhanden