Jugend forscht Preisträger starten beim weltweit größten Schülerwettbewerb Intel ISEF in den USA
Zwei der besten deutschen Nachwuchsforscher messen sich ab kommenden Sonntag bei der 60. Intel International Science and Engineering Fair 2009 (Intel ISEF) in Reno, Nevada mit rund 1600 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt. Die Teilnehmer zwischen 14 und 21 Jahren stammen aus über 50 Ländern und präsentieren ihre Projekte in 18 Wettbewerbsdisziplinen einer internationalen Expertenjury.
08.05.2009 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Die deutschen Teilnehmer konnten sich durch ihren Erfolg beim Jugend forscht Finale 2008 für den bedeutendsten internationalen Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler qualifizieren. Thomas Nesch (20) von der Technischen Oberschule in Stuttgart präsentiert sein Projekt, für das er im vergangenen Jahr mit dem Bundessieg im Fachgebiet Technik ausgezeichnet wurde. Er entwickelte einen Sensor, der den Flüssigkeitsverlust an Schläuchen von Lackierrobotern etwa im Automobilbereich aufspüren kann. Der Sensor kann sowohl in explosionsgefährdeten Bereichen als auch in elektrostatischen Feldern, wie sie bei der industriellen Lackierung vorkommen, eingesetzt werden. Da er sehr klein ist, lässt er sich problemlos in die Köpfe von Lackierrobotern einbauen. Der zum Patent angemeldete Sensor reagiert bereits auf sehr geringe Mengen und erkennt sogar zerstäubte oder transparente Flüssigkeiten. Kosten für die Beseitigung von Verunreinigungen und von Funktionsstörungen können damit verringert werden.
Ebenfalls in den USA dabei ist Celia Viermann vom Englischen Institut in Heidelberg, die beim Bundeswettbewerb 2008 den zweiten Preis im Fachgebiet Biologie errang. Die 19-Jährige beschäftigte sich mit einer verbreiteten Nebenwirkung von Epilepsie-Medikamenten. Diese Arzneimittel stellen die Balance von Hemmung und Erregung im neuronalen Netzwerk des Gehirns wieder her, die bei Epileptikern gestört ist. Als Nebenwirkung kommt es jedoch zum Tod einzelner Zellen, der sogenannten Apoptose. Die Abiturientin untersuchte den Effekt anhand von Nervenzellkulturen und konnte unter Laborbedingungen zeigen, dass der Zelltod tatsächlich eine schädliche Nebenwirkung der Epilepsie-Präparate ist.
Den Nachwuchswissenschaftlern winken Preise im Gesamtwert von vier Millionen US-Dollar sowie Stipendien und die Teilnahme an Praktika und Forschungsreisen. Die Preisverleihung findet am Freitag, den 15. Mai 2009 im Reno-Sparks Convention Center statt.
Die ISEF ist der weltweit größte vorakademische wissenschaftliche Wettbewerb und wird von der Non-Profit-Organisation "Society for Science & the Public" koordiniert. Seit 1996 unterstützt die Intel Corporation den Wettbewerb als Titelsponsor. Ziel ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Zusammenarbeit zwischen jungen Forschern.
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