Keine Chefsache mehr? Ministerpräsident verweigert Unterschriftsannahme
"Für dich. Für mich. Für ALLE! - Gemeinsam für die Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufes" - Unter diesem Motto haben sich seit Vorlage des so genannten Junglehrerprogramms durch die Landesregierung im August rund 3.500 Lehrerinnen und Lehrer für eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen ausgesprochen. Aufgerufen wurden sie dazu von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Mecklenburg-Vorpommern.
03.11.2009 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern"Wir sind nicht der Überzeugung, dass es ausreichend ist die Berufssituation des Lehrernachwuchses zu verbessern. Natürlich freuen wir uns über jeden Vorstoß in diese Richtung, wissen aber auch, dass nur eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitssituation aller Kolleginnen und Kollegen dazu führt, dass der Lehrberuf wieder mehr Anerkennung in der Bevölkerung und damit auch mehr Nachwuchs gewinnt.", betont Annett Lindner, die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft während der heutigen Übergabe der Unterschriften an den Ministerpräsidenten. "Die Lehrerinnen und Lehrer haben sich mit ihrer Unterschrift zu großer Zahl unseren Forderungen nach einer Reduzierung der Pflichstundenzahl, der Rückkehr in die Vollzeitbeschäftigung sowie der Einstufung in die Entgeltgruppe 14 (TV-L) angeschlossen. Dies zeigt auch, dass unsere Gewerkschaft ein wichtiger Verhandlungspartner der Landesregierung ist.", sagte Annett Lindner mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen zur Eingruppierung der Lehrerinnen und Lehrer und beginnenden Verhandlungsrunden zur Rückkehr in die Vollzeit weiter. Enttäuscht zeigte sich die Gewerkschaft über die Reaktion des Ministerpräsidenten. Obwohl die Arbeitsgruppe, die das Junglehererprogramm über mehrere Monate hinweg entwickelt hat, in der Staatskanzlei angesiedelt war, verweigerte er die Annahme der Unterschriften am heutigen Tage. Noch im Frühjahr stufte der Ministerpräsident diese Angelegenheit als Chefsache ein.
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