Keine Haushaltssanierung auf Kosten der Lehrer!
"Die Landesregierung will ihre Haushaltssanierung weiter auf dem Rücken der Lehrer austragen", beklagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW vor dem Hintergrund der heutigen Schulausschusssitzung. U. a. geht es dort um die Halbierung der sogenannten ´flexiblen Mittel` für den Vertretungsunterricht: "Die Halbierung der flexiblen Mittel macht einen reibungslosen Schulablauf nahezu unmöglich", so Beckmann.
03.07.2013 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDas Land NRW hat knapp 25 Mio. Euro bei den flexiblen Mitteln vorläufig gesperrt, um den Haushalt zu konsolidieren. "Damit nimmt das Land sowohl zusätzlichen Unterrichtsausfall als auch eine höhere Belastung der Lehrkräfte in Kauf", macht Beckmann klar. "Verlässlichkeit sieht anders aus. Unterrichtsausfall flächendeckend zu verhindern, war schon mit den bisherigen Mitteln kaum möglich – jetzt beschneidet das Land diese Möglichkeiten noch weiter und greift indirekt in den Personalhaushalt ein." Die Einsparung entspricht einer Streichung von rund 500 Lehrerstellen, so der VBE-Vorsitzende: "Gespart wird Geld, aber das auf Kosten der Kinder und Lehrer." Der VBE fordert die Landesregierung auf, den Topf für die flexiblen Vertretungsmittel auf den alten Stand zu bringen.
Den Vorschlag der Landesregierung hält Beckmann für illusorisch: "Die Schulleiter sollen für die im System beschäftigten Lehrer weitere ad-hoc-Mehrarbeit anordnen. Doch dieses Mittel ist bereits ausgereizt. Wer das fordert, geht fahrlässig mit der Gesundheit seiner Beschäftigten um. Noch mehr Mehrarbeit von den Lehrern zu fordern und ihnen gleichzeitig eine Nullrunde beim Einkommen zuzumuten, ist dreist." Das Land müsse vielmehr sicherstellen, dass es immer eine zuverlässige und ausreichende Vertretungsreserve gibt, auf die Schulen zurückgreifen können, wenn Unterrichtsausfall tatsächlich vermieden werden soll, so Beckmann.
Auch der Erlassentwurf zu Fachleiterinnen und Fachleitern an den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung trägt zu einer hohen Belastung der Lehrkräfte in der Lehrerausbildung bei. In der Vorlage für den heutigen Schulausschuss erweckt die Ministerin vielmehr den Anschein, als könnte der bisherige Standard mit den Mitteln, die im Haushalt bereitgestellt werden, weiter gehalten werden. "Fakt ist aber, dass auch hier eine Haushaltskonsolidierung auf dem Rücken der Lehrer vollzogen wird, die in der Lehrerausbildung beschäftigt sind", stellt Beckmann fest. "Dieser Erlassentwurf, das zeigen uns viele Rückmeldungen unserer Kollegen, sorgt nur für eine weitere Demotivation der Lehrkräfte, die ihre jungen Kolleginnen und Kollegen in der zweiten Phase der Lehrerausbildung begleiten. Wer in der Lehrerausbildung ein hohes Niveau fordert, der muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen – der vorliegende Entwurf bewirkt das Gegenteil", so Beckmann.
Keine Kommentare vorhanden