Sachsen

Kinder brauchen Respekt und Resonanz

"In Sachsen zählt jeder Schüler. Wir fordern die Leistungsstarken genauso wie wir die Schwächeren fördern und unterstützen", so Kultusminister Roland Wöller, der auf die neue Broschüre "Kinder brauchen Respekt und Resonanz" aufmerksam machte. Das Heft haben diese Woche alle Grund- und Förderschulen in Sachsen erhalten. Die Broschüre gibt den Lehrern praktische und hilfreiche Tipps zum Umgang mit Schülern, die verhaltens- und leistungsbedingte Besonderheiten aufweisen. "Jedes Kind ist einmalig und hat ganz unterschiedliche Talente, Schwächen und Stärken. Wenn das Besondere aus dem Rahmen fällt, kann das aber für Schüler und Lehrer zu einer besonderen Herausforderung bis hin zur Belastung werden", erklärte Wöller.

13.01.2012 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Das Heft soll für den Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern sensibilisieren. Es bietet vielfältige Anregungen, um passende Lernangebote für diese Schüler zu finden. "Es dürfen nicht nur die Defizite in den Fokus gerückt werden, denn dann werden die Potentiale und Stärken nicht mehr gesehen. Die Kinder verlieren den Spaß am Lernen und die Probleme in der Klasse nehmen zu. Die Broschüre zeigt einen Ausweg aus diesem Teufelskreis", so der Minister. Wichtig sei vor allem eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ohne gegenseitige Schuldzuweisung. Neben einer positiven Schüler-Lehrer-Beziehung sollten spezielle Lernstrategien entwickelt und Entwicklungspläne mit der Selbsteinschätzung des Schülers erstellt werden. Die Mädchen und Jungen brauchen zudem Aufgaben, die ihr Selbstbewusstsein stärken. Fortschritte gibt es auch bei einer stärkeren Zusammenarbeit der Lehrer untereinander und durch Kooperationen mit außerschulischen Partnern, wie dem Jugendamt, Therapeuten, Ärzten und Erziehungsberatungsstellen. "Trotz der zusätzlichen Anstrengungen und dem ein oder anderem Rückschlag sollten die Lehrer sich den positiven Blick auf den Schüler bewahren und ihnen Zeit für Veränderungen geben", appellierte Wöller. Der Anspruch des sächsischen Schulsystems "Jeder zählt" sei die individuelle Förderung aller Kinder – auch derer, die größere Probleme beim Lernen und in ihrem Verhalten zeigen. "Als Schule für alle Kinder ist die Grundschule dieser Herausforderung besonders verpflichtet. Unsere Lehrer leisten hier bereits eine hervorragende Arbeit. Das beweisen unter anderem die nationalen und internationalen Bildungsvergleiche wie PISA und der Bildungsmonitor", so der Minister.

Die praktischen Tipps basieren auf den Ergebnissen eines Projektes "Förderung von Kindern mit verhaltens- und leistungsbedingten Besonderheiten". 14 Grundschulen entwickelten im Schuljahr 2007/2008 bis 2010/2011 neue Impulse für den Unterricht mit schwierigen Kindern. Die Broschüre dokumentiert die Erfahrungen und schildert die einzelnen praktischen Schritte zum Lernerfolg. Es wird deutlich, welche Ansatzpunkte für eine wirkungsvolle Förderung notwendig sind und wo Grenzen liegen.

Die Broschüre steht auch digital abrufbar zur Verfügung unter: www.sachsen-macht-schule.de/publikationen

Liste der Projektschulen:
Grundschule "Friedrich Schiller" Cunewalde
Dittes-Grundschule Reichenbach/Vogtland
Brüder-Grimm-Grundschule Leipzig
Grundschule "Albrecht Dürer" Aue
3. Grundschule Riesa
Goethe-Grundschule Limbach-Oberfrohna
1. Grundschule "Käthe Kollwitz" Riesa
Grundschule Dorfchemnitz
Ernst-Pinkert-Grundschule Leipzig
2. Grundschule "Geschwister Scholl" Weißwasser
Marie-Curie-Grundschule Dohna
Gerhart-Hauptmann-Grundschule Werdau
Grundschule "Eduard Feldner" Hainichen
Heinrich-Mann-Grundschule Umweltschule der Stadt Leipzig


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