Kinder sollten den Schulweg auch allein bewältigen können

Der Frühling kommt – und damit auch das bessere Wetter – spätestens jetzt sollten Eltern aufhören, ihre Kinder mit dem Auto vor der Schule abzusetzen. "Unabhängig vom Verkehrschaos, das so vor den Schulen entsteht, sollten Eltern ihren Kindern auch beibringen, den Weg zur Schule selbständig bewältigen zu können", sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW. Der Schulweg sei wichtig für soziale Kontakte und für die Entwicklung der Selbständigkeit.

04.04.2013 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Es gebe immer mehr Familien mit Einzelkindern, da sei es gerade für diese Kinder wichtig, sich so oft es geht auszutauschen, gemeinsame Erfahrungen mit anderen Kindern zu machen und soziale Kontakte zu knüpfen: "Der Schulweg ist nicht nur eine Strecke, die es zu bewältigen gilt", so Beckmann, "vielmehr ist er auch ein Zeitrahmen, in dem Kinder sozial miteinander umgehen und dabei lernen, sich mit anderen auseinanderzusetzen."

Vielmehr müssten Kinder Schritt für Schritt Eigenverantwortung lernen. Dazu gehört es z. B., den Schulweg mit den Kindern mehrmals abzugehen, gern auch mit Klassenkameraden. "So lernen Kinder Gefahrenstellen kennen und üben das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Dabei sollten Eltern den Kindern Raum lassen, sich auszuprobieren, damit sie sie anschließend schrittweise in die Eigenverantwortung entlassen können." Das stärke das Selbstvertrauen, so Beckmann, und sorge dafür, dass Kinder nach einigen Wochen den Schulweg mit ihren Klassenkameraden auch selbst und ohne Angst bewältigen können.

Dass Eltern den Sicherheitsaspekt heranziehen und befürchten, ihr Kind könnte auf dem Schulweg einen Unfall haben, findet Beckmann zwar nachvollziehbar, aber: "100-prozentige Sicherheit gibt es auch im Elternauto nicht." Außerdem sei es immer mehr zur Unsitte geworden, das eigene Kind direkt bis vor die Schule zu bringen: "Viele Eltern sehen nur die Vorteile des eigenen Kindes, nehmen dabei aber weder Rücksicht auf andere Kinder, noch Eltern oder dringend freizuhaltende Feuerwehrzufahrten." Wenn Eltern jedoch nicht auf den Weg zur Schule mit dem Auto verzichten wollen, dann sollten sie zumindest Fahrgemeinschaften bilden, schlägt Beckmann vor. "Hier können Kinder, wenn auch kürzer, ebenfalls ein Miteinander erleben – und es belastet die Umwelt weniger."


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