Kompetenzorientierung in Schule: "Nein danke!?"

10 Jahre Kompetenzorientierung haben ihre Wirkung nicht verfehlt. In den neuen Kerncurricula und Unterrichtskonzepten sind Kompetenzen fest verankert. Sie sollen helfen, Unterrichtsprozesse zu optimieren und Schüler zu besseren Bildungsabschlüssen führen. Vor zehn Jahren führte die Kultusministerkonferenz nationale Bildungsstandards als Maßnahme der Qualitätssicherung an Schulen ein.

20.05.2014 Pressemeldung Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen

Instrumente zu deren Überprüfung wurden vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Köller entwickelt. Der empirische Bildungsforscher, heute Direktor des IPN an der Christian-Albrecht-Universität Kiel, definierte messbare fachliche Kernkompetenzen, die Schülerinnen und Schüler bis zum jeweiligen Abschluss erwerben sollen und die heute Grundlage von Vergleichsstudien sind.

Die Ausrichtung auf Kompetenzorientierung und der "ihr zugrunde liegende Testwahn" wird scharf kritisiert von Hans Peter Klein, der seit 2001 den Lehrstuhl für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt innehat. Klein ist der Ansicht, dass die den Schulen verordnete Kompetenzorientierung die Qualität nicht verbessert, sondern deutlich abgesenkt habe. Es reiche weitgehend aus, wenn Schülerinnen und Schüler referieren, kommunizieren, präsentieren und bewerten können, Fachinhalte spielten dabei nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Folge davon sei eine immer größer werdende Anzahl nicht studierfähiger Abiturienten mit grundlegenden Mängeln im Bereich des Fachwissens. Ohne Bildung und Wissen seien Kompetenzen nichts als leere Hüllen.

Das Streitgespräch eröffnet die diesjährige Sommer-Uni der Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen. Vier Tage lang ermöglicht die Bildungsstiftung angehenden und praktizierenden Lehrern eine gezielte Weiterbildung und verbindet Vorträge, Praxisberichte, Workshops und individuelle Entwicklungsarbeit. Das inhaltliche Spektrum reicht von der Kompetenzorientierung über professionelle Gesprächsführung, den Umgang mit Unterrichtsstörungen bis zu Beispielen inklusiven Unterrichts. Die Sommer-Uni richtet sich an einen begrenzten Teilnehmerkreis, um eine individuelle Förderung der pädagogischen Arbeit zu ermöglichen. Das wissenschaftliche Streitgespräch findet öffentlich an der Freien Universität Berlin statt.

Öffentliches Streitgespräch: Kompetenzorientierung "Nein danke!?"

Montag 11. August 2014: 16.00 bis 17.45 Uhr
Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Hörsaal B
Garystr. 35, 14195 Berlin-Dahlem
www.cornelsen-stiftung-sommeruni.de

Ansprechpartner

Irina Groh
Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen
c/o Cornelsen Verlag GmbH
Mecklenburgische Straße 53
14197 Berlin
Telefon: +49 30 897 85-563
Fax: +49 30 897 85-97-563
E-Mail: irina.groh@cornelsen.de
Web: www.stiftung-lehren-lernen.de


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden