Konsequenzen aus dem Amoklauf von Emsdetten:

Nach dem Amoklauf von Emsdetten und Amok-Drohungen zum Beispiel in Baden-Württemberg haben sich Schulministerin Barbara Sommer und Innenminister Dr. Ingo Wolf an die Schulen gewandt und erhöhte Wachsamkeit gefordert. "Nehmen Sie Hinweise bitte ernst und wenden Sie sich an die Polizei, um Maßnahmen mit ihr abzusprechen", schreibt Ministerin Sommer in einer Schulmail an die Lehrerinnen und Lehrer, die an alle Schulen des Landes gegangen ist. "Es geht nicht um Denunziation oder 'petzen'. Im Gegenteil: Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens", unterstrich Innenminister Wolf.

07.12.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Der Amoklauf hat leider auf traurige Art deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass alle Schulen gegen Gewalt angehen. Genauso wichtig ist es, dass Lehrkräfte und Eltern - und natürlich auch die Mitschülerinnen und Mitschüler zu einem positiven Schulklima beitragen. Alle müssen durch ihr Verhalten deutlich machen, dass kein Kind und kein Jugendlicher verloren gehen darf", sagt Ministerin Sommer. „Wer Anzeichen für einen möglichen Amoklauf bemerkt, darf sich nicht scheuen, sofort die Polizei zu verständigen –zum Schutz der Mitschüler, Lehrer und auch des potenziellen Täters vor sich selbst“, rätMinister Wolf. „Niemand ist zum bloßen Zuschauen verpflichtet, wenn andere in Not geraten.“ Die Täter befänden sich in einer psychischen Ausnahmesituation und benötigten umgehend professionelle Hilfe.

Ministerin Sommer weist noch einmal auf bestehende Programme zur Gewaltprävention und den Internetauftritt www.learn-line.de hin, in denen Schulen konkrete Unterstützung für den Alltag erhalten. Nachhaltiger Erfolg zeige sich besonders, wenn Gewaltprävention an der Schule zur "Chefsache" werde. "Die Schulen gehen richtigerweise davon aus, dass die Wirksamkeit dann am höchsten ist, wenn die Schulleitung selbst die Präventionsarbeit zu ihrer eigenen Sache macht und die Zusammenarbeit mit der Elternschaft sucht."

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern, Kindern und Polizei funktioniere am besten in einer vertrauensvollen Beziehung, so der Innenminister. „Deswegen starten die örtlichen Polizeidienststellen jetzt nach und nach mit einem Kooperationsangebot an alle Schulen des Landes. Die Polizei berät und unterstützt, damit Mobbing erkannt und Gewalt bereits im Vorfeld unter Jugendlichen verhindert wird“, versprach Wolf.


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