Konsequenzen aus Winnenden ziehen

Der Landeselternausschuss hat sich in seiner gestrigen Sitzung mit den Ereignissen in Winnenden befasst und folgende Beschlüsse gefasst.

15.03.2009 Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Keine Opfer mehr, die zu Täter werden können!

Der LEA fordert die Senatsbildungsverwaltung auf geeignete Maßnahmen und Unterstützungssysteme einzurichten, dass künftig jeder Schüler oder Schülerin – der/die in seiner/ihrer Schule zum Opfer von Mobbing, Gewalt oder Demütigungen wurde - in der Schule geeignete Hilfe zur Klärung, Aufarbeitung und Bewältigung der Vorfälle erhält. In den Schulen darf es künftig keine Opfer mehr geben, die später zu Tätern werden könnten.

Schutzmaßnahmen für Schüler und Lehrer

Der Landeselternausschuss fordert (ausdrücklich) die Senatsbildungsverwaltung auf dafür Sorge zu tragen, dass die Ausstattung der Schulen folgende Aspekte gewährleistet:

Lautsprechersystem zur Durchsage von Hinweisen, Warnungen etc. Alle Bereiche der Schule, einschließlich der genutzten Nebengebäude, Aufenthaltsräume, Sanitäranlagen, Sportbereiche etc. müssen an das Lautsprechersystem angeschlossen sein.

Möglichkeit der Verriegelung von Klassenräumen etc. Alle Klassenzimmer und Fachräume müssen von innen verschlossen werden können. Sicherzustellen ist ferner, dass im Notfall Schüler auch ohne die Anwesenheit einer Lehrkraft die Türen von innen verschließen können (z. B. Türknopf außenseitig).

Notfallmelder. An zentralen Punkten in der Schule sowie in den Klassen- und Fachräumen müssen Notfallmelder angebracht werden, um in kürzester Zeit die Schulleitung (und ggf. weitere Stellen) über eine potenzielle Gefahr zu informieren.

Sicherstellung des Zugangs zum Gebäude durch Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte. Es muss sichergestellt werden, dass im Falle eines Notfalls der Zugang zum Gebäude gewährleistet werden kann.

Ein generelles Verbot von mobilen Telefonen ist aufzuheben. Schüler wie Lehrer müssen im Notfall die Möglichkeit haben Rettungskräfte eigenständig zu informieren.

Dem Landeselternausschuss ist bekannt, dass nicht die Senatsbildungsverwaltung für die Schulgebäude zuständig ist, sondern die Schulträger (Bezirke). Dennoch richtet sich die Forderung des Landeselternausschuss ausdrücklich an die Senatsbildungsverwaltung. Es liegt im ureigensten Interesse der politischen Spitze des Hauses sich umfassend für die Sicherheit der Schüler und Schülerinnen sowie des Personals einzusetzen.

Der Landeselternausschuss hatte nach den Ereignissen in Winnenden in einem Kondolenzschreiben an den Landeselternbeirat Baden-Württemberg und an die Realschule Winnenden den Hinterbliebenen das Beileid ausgesprochen.

Der Landeselternausschuss Berlin ist tief erschüttert über das furchtbare Verbrechen an der Realschule in Winnenden. Die Mitglieder des Gremiums sind sehr betroffen davon, dass das Leben von so vielen jungen Menschen auf grausame und brutale Weise ausgelöscht wurde. Unsere Gedanken sind in fassungsloser Trauer bei den Eltern, den Angehörigen, den Mitschülern und dem Lehrerkollegium. Im Namen des Landeselternausschusses und der Berliner Eltern spreche ich allen Hinterbliebenen unser tiefempfundenes Beileid und unsere Anteilnahme aus.


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