Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: "Wir wollen Kinder stärker individuell fördern und Durchlässigkeit erhöhen"

"Im Rahmen einer Pressekonferenz hat der Bildungspolitische Sprecher der SPD erneut seine vorgefassten Meinungen zur Bildungspolitik vorgestellt und die qualitätsvolle Bildungslandschaft in Bayern kritisiert. Die Reformansätze hat Herr Pfaffmann völlig übersehen", so Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.

28.07.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Wir bauen gegenwärtig die gebundenen Ganztagszüge an Grund-, Haupt- und Förderschulen sowie die offenen Ganztagsangebote an allen Schulen aus", unterstreicht Minister Spaenle. Allein im kommenden Schuljahr werden wir neben den bestehenden Ganztagszügen zusätzlich gebundene Ganztagszüge an rund 110 Grundschulen, rund 70 Hauptschulen und knapp 40 Förderzentren aufbauen. Mit Hilfe von rund 2.700 zusätzlichen Planstellen allein für den Doppelhaushalt 2009/2010 senken wir zudem die Klassenfrequenzen vor allem an Realschulen und Gymnasien und erhöhen die individuelle Förderung. "Es ist sehr bedauerlich, dass auch unsere Reformanstrengungen übersehen werden", so Minister Spaenle.

Der Kultusminister hatte ein Konzept zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund vorgelegt, das derzeit umgesetzt wird. So werden im kommenden Schuljahr die Klassen, in denen mehr als 50 % Kinder mit Migrationshintergrund sind, auf maximal 25 Schüler begrenzt. Der Minister hat den Modellversuch zur Kooperation von Haupt- und Realschulen gestartet, um Schüler in ihrer Entwicklung besser als bisher fördern zu können. Minister Spaenle hat zum Beispiel Dialogforen zur Schulentwicklung in jedem Landkreis auf den Weg gebracht, um die Anliegen und Kreativität der Menschen aus der Region in Entscheidungsprozesse aktiv einzubinden.

"Hans-Ulrich Pfaffmanns prognostische Fähigkeiten, dass das Übertrittsverfahren und die Gelenkklassen bereits jetzt gescheitert sind, sind überraschend", kommentiert Minister Spaenle. Die Neuregelung des Übertritts, die für das Schuljahr 2010/2011 Anwendung finden, biete mehr Übertrittschancen, unterstütze die Schüler auch durch Lehrkräfte und weise den Eltern eine erhöhte Verantwortung zu.

Auch Pfaffmanns Prognose, die Mittelschule werde scheitern, zeugt nur von einer vorgefassten Meinung, die angesichts des SPD-Beschlusses, die Hauptschulen abzuschaffen aber nicht verwundert. Tatsächlich werde die Hauptschule, so Dr. Spaenle, durch ihre Entwicklung zu einer stark berufsorientierten Mittelschule mit einem breiten Bildungsangebot, Ganztagsangeboten und dem mittleren Bildungsabschluss den Schülern zusätzliche Chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt vermitteln. Darüber hinaus gilt die Sicherung von Hauptschulstandorten: so lange wie möglich, so viele wie möglich.

Minister Spaenle will die Schüler an Grundschulen künftig stärker nach ihrer Entwicklung bzw. ihren Talenten fördern, so dass manche Schüler sie künftig in drei, andere in fünf Jahren durchlaufen werden. Damit richtet sich das Angebot nach den Bedürfnissen des einzelnen Kindes – ganz nach dem Motto: Kind statt Kohorte. Die Grundschule werde nicht, wie Pfaffmann Glauben schenken will, in die Kindergärten vorverlegt. "Unser Ziel ist es, das differenzierte Schulwesen weiter qualitativ auszubauen, die Schüler stärker individuell zu fördern und die Durchlässigkeit und damit die Teilhabegerechtigkeit zu erhöhen", so Minister Spaenle abschließend. "Ich lade Herrn Pfaffmann ein, hier mit uns den Weg zu beschreiten."


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