Bayern

Kultusminister Ludwig Spaenle und die Hochschullehrer Wolfgang Schneider und Werner Wiater zu Chancen der Begabtenförderung

Hochbegabtenklassen, Talentklassen, Ferienseminare für vielfältig interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler - das Spektrum der Maßnahmen, um besonders begabte junge Menschen an Bayerns Schulen bestmöglich zu fördern, ist vielfältig. Heute stellte Bayerns Kultusminister Spaenle wichtige Säulen der Begabtenförderung an den Schulen im Freistaat vor. Der Würzburger Psychologe Prof. Dr. Wolfgang Schneider und der Augsburger Schulpädagoge Prof. Dr. Werner Wiater präsentierten Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation der Hochbegabtenklassen an Gymnasien und der Talentklassen an Realschulen.

10.07.2013 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Minister Spaenle machte eines deutlich: "Wir wollen alle Kinder und Jugendlichen an unseren Schulen bestmöglich fördern. Dies gilt sowohl für die Kinder und Jugendlichen, die schwierigere Startbedingungen erleben, das gilt aber auch für Schülerinnen und Schüler, die sich durch besondere Begabungen und besonderes Engagement auszeichnen. Diese wollen gefordert werden und das muss uns auch gelingen."

Das differenzierte Schulwesen in Bayern bietet für den Minister vielfältige Möglichkeiten für Schüler mit besonderen Begabungen, da die Schulen der verschiedenen Schularten mehrere Profile aufweisen und entsprechend auf die Interessen der Schüler mit inhaltlichen Schwerpunkten und Ausbildungsrichtungen reagieren können. Darüber hinaus aber hat der Freistaat eigene Programme zur Begabtenförderung ins Leben gerufen.

"An den Gymnasien haben wir beispielsweise in den jüngsten Jahren in jedem Regierungsbezirk an je einem Gymnasium Hochbegabtenklassen eingerichtet", so Minister Spaenle. Schüler können diese in München, Gauting, Nürnberg, Würzburg, Augsburg, Bayreuth, Deggendorf und Weiden nach entsprechenden Tests besuchen. Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleitstudie mit dem Namen "PULSS - Projekt für die Untersuchung des Lernens in der Sekundarstufe", an der Prof. Schneider federführend mitwirkte, sind erfreulich. Dazu gehören:

  1. Schülerinnen und Schüler der Hochbegabtenklassen zeigen ein deutliches Leistungsplus in Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften und Technik.
  2. Die Leseleistung nimmt deutlich stärker zu als in Vergleichsklassen.
  3. Diese Schülerinnen und Schüler fühlen sich in den Hochbegabtenklassen sehr gut sozial integriert.

Die Gymnasien unterbreiten sehr begabten Schülerinnen und Schülern weitere Förderoptionen, etwa mit dem "UNITAG", dem Frühstudium oder mit Ferienseminaren und Elitenetzwerk Bayern-Seminaren.

Die "Bestenförderung" an den Realschulen wurde neu konzipiert. "Besonders gute und begabte Schülerinnen und Schüler besuchen an 16 Realschulen von Rosenheim bis Roth und von Kempten bis Vohenstrauß Talentklassen", so Minister Spaenle. Nach dem Grundsatz des Enrichment, also der Erweiterung von Kompetenzen und Wissen, belegen die Schülerinnen und Schüler dort in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 ein zusätzliches Profilfach, in dem sie auch eine ergänzende Abschlussprüfung ablegen. Die Talentklassen werden von Prof. Wiater evaluiert.

An den Mittelschulen bietet das Kultusministerium vielfältig interessierten und begabten Schülerinnen und Schülern Ferienseminare mit sportlichen und kulturellen Schwerpunkten an.

Prof. Wolfgang Schneider vertritt aufgrund der Ergebnisse von PULSS die Auffassung: "Unter ähnlich Guten lernt es sich besser: Eine Evaluationsstudie zum Vergleich von gymnasialen Förder- und Regelklassen ergibt, dass hochbegabte Schüler, die in speziellen gymnasialen Förderklassen unterrichtet werden, insgesamt besser abschneiden als Hochbegabte, die in Regelklassen lernen."

Prof. Werner Wiater zieht eine erste Zwischenbilanz zu den Talentklassen an den Realschulen: "Leistung fördern heißt, die Freude am Lernen vergrößern!" Und dazu dienen auch die Talentklassen für besonders begabte Schülerinnen und Schüler.


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