Kultusminister Schneider: Hauptschulinitiative auf gutem Weg

Eine positive Zwischenbilanz zur Hauptschulinitiative zog heute Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Bayerischen Handwerkstags, Heinrich Traublinger, dem Hauptgeschäftsführer des Industrie- und Handelstags Bayern, Dr. Reinhard Dörfler, und dem Leiter der Abteilung Bildungspolitik und Geschäftsführer der vbw (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.), Dr. Christof Prechtl, in München. "Die Investition in die Hauptschülerinnen und Hauptschüler lohnt sich - es geht um unsere Kinder und Jugendlichen", so Minister Schneider.

06.06.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die Hauptschülerinnen und -schüler in Bayern sind leistungsfähig", betonte Minister Siegfried Schneider. "Wir müssen allen unseren jungen Menschen bestmögliche Bildungschancen eröffnen". Deshalb entwickle Bayern z.B. die Hauptschule zu einer berufsorientierten Schule weiter: "Diese sollen möglichst alle Schülerinnen und Schüler mit der Ausbildungsreife verlassen." Minister Schneider möchte auch den Anteil der Schüler, die den Mittleren Bildungsabschluss an der Hauptschule erreichen, erhöhen. Um dem ganzheitlichen Bildungsauftrag gerecht zu werden, müsse fundiertes Wissen und Können ebenso weiter gegeben werden wie vernetztes Denken, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit zu fördern seien. Um diesem Anspruch zu genügen, baue der Freistaat die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler aus. Lehrplaninhalte würden in Themenblöcke geteilt (Modularisierung), damit sich die Kinder und Jugendlichen ein fundiertes Grundwissen erarbeiten können. Die berufliche Ausrichtung werde durch die drei berufsorientierenden Bereiche Technik, Wirtschaft und Soziales sowie Praktika vertieft. An Modellschulen würden diese Methoden erprobt. Hauptschulen erhielten auch Geld für externe Experten, also Meister und Ausbilder, die in den Unterricht eingebunden würden.

Ganztagsklassen als Chance, um bedarfsgerecht Kinder zu fördern

"Den Ausbau der gebundenen Ganztagsklassen habe ich beschleunigt, damit wir die Schülerinnen und Schüler, die Bedarf an mehr Förderung haben, gezielt voranbringen können", so Minister Schneider. Zugleich steigern wir damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern. Derzeit gibt es an 161 Hauptschulstandorten gebundene Ganztagsklassen, im kommenden Schuljahr wird die Zahl auf über 330 Standorte mehr als verdoppelt. Die Hauptschulinitiative habe viele Schulen motiviert, neue Wege zu beschreiten, um Schülerinnen und Schüler noch gezielter zu fördern. Als Beispiel nannte der Minister einen Modellversuch, den die Hauptschulen im Tegernseeer Tal anbieten wollen. Bei diesem sollen Schüler bereits ab der 5. Klasse auf den Mittleren Bildungsabschluss vorbereitet werden. Ein weiteres Beispiel: Um möglichst viele Hauptschulstandorte mit einem guten Bildungsangebot zu erhalten, erproben 11 Hauptschulen im Schulamtsbezirk Dingolfing-Landau eine sehr enge Zusammenarbeit.

Bayerische Wirtschaft steht zu den Hauptschülern

Bei der Pressekonferenz wurde deutlich, dass die bayerische Wirtschaft sich zu den Leistungen der Hauptschulabsolventen bekennt.

Heinrich Traublinger, MdL, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), unterstrich: "Hauptschule und Handwerk sind in Bayern traditionell eng miteinander verbunden. Rund zwei Drittel aller Lehrlinge im bayerischen Handwerk haben vor ihrer Ausbildung die Hauptschule besucht - in den jüngsten Jahren hat dieser Anteil sogar noch einmal leicht zugenommen. Gerade vor diesem Hintergrund ist eine starke Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Politik besonders wichtig. Das bayerische Handwerk unterstützt daher die Hauptschulinitiative ausdrücklich. 2007 haben unsere Betriebe insgesamt über 32.000 Lehrverträge neu abgeschlossen. Das bedeutet, über 21.000 Hauptschülerinnen und Hauptschüler haben im bayerischen Handwerk eine Lehrstelle gefunden."

Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages BIHK, führte aus: "Nach meiner Auffassung läuft ohne Hauptschüler gar nichts. Die Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen brauchen die bayerischen Hauptschulabsolventen, um ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern." Er sprach sich für eine bessere Berufsvorbereitung der Jugendlichen aus. "Die Kofinanzierung der vertieften Berufsvorbereitung ist eine Bildungsausgabe mit hoher Rendite", so Dörfler."

Dr. Christof Prechtl von der vbw betonte: "Die qualitative Weiterentwicklung der Hauptschulen ist für einen erfolgreichen Start der Schüler in die Ausbildung unverzichtbar. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat sich so stark wie keine andere Organisation für die Hauptschüler und für ihre Zukunftsperspektive engagiert. Dies tun wir seit vielen Jahren mit einer Vielzahl von Projekten, z.B. mit den 'Rhythmisierten Ganztageshauptschulen', mit 'BLiK - Berufe live im Klassenzimmer', mit dem 'Beachmanager' und mit der Unterstützung des neuen Hauptschullehrstuhls in Nürnberg."

Abschließend dankte Minister Schneider den Unternehmen, die im Handwerkstag sowie Industrie- und Handelstag und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft organisiert sind, dafür, "dass sie echtes Interesse an unseren Hauptschülerinnen und Hauptschülern beweisen". An Heinrich Traublinger, Reinhard Dörfler und Christof Prechtl gewandt ergänzte der Minister: "Sie wollen, dass aus ihnen die qualifizierten Fachkräfte von morgen werden."


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