Kultusminister Schneider: 'Sozialwirksame Schule' hat Signalcharakter
"Die Weitergabe und Vermittlung von Werten an die jungen Menschen ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe", betonte Kultusminister Siegfried Schneider bei seinem heutigen Besuch an der Hauptschule Wasserburg im Rahmen der Initiative 'Werte machen stark'. "Diese Aufgabe geht uns alle an."
30.03.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und KultusViele Schulen geben bereits heute effektiv und engagiert Werte weiter. "Erst die Werteorientierung gibt den pädagogischen Bemühungen in der Schule ein Fundament, eine Perspektive und einen Sinn", so Schneider. Dieses Engagement der Schulen werde aber in der Öffentlichkeit noch zu wenig wahrgenommen. Ein zentrales Anliegen der Initiative sei daher, vor bildliche Projekte und Initiativen von Schulen im Lande bekannt zu machen.
"Die Hauptschule Wasserburg führt das Projekt 'Sozialwirksame Schule' durch, das Signalcharakter für andere Schulen haben kann", so Schneider. Bereits seit 1999 lebt die Hauptschule Wasserburg die 'Sozialwirksame Schule'. Damit war sie eine der beiden ersten Schulen, die dieses Konzept umsetzen. Es geht auf Dr. Werner Hopf zurückgeht, der als Schulpsychologe bei der Schulberatung Oberbayern-Ost tätig ist. Inzwischen arbeiten allein in Bayern 28 Schulen nach diesem Konzept, außerdem 4 Schulen in Baden-Württemberg und eine Schule in Hessen.
"Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg unserer Arbeit ist, dass wir auf Schulebene gemeinsam den autoritativen Erziehungsstil umsetzen", betonte Schulleiter Gerhard Ruß. "Unsere Schülerinnen und Schüler spüren und schätzen, dass wir Lehrkräfte an einem Strang ziehen. Wir setzen klare Regeln und Grenzen und fordern konsequent deren Einhaltung. Dies geschieht aber in einer Atmosphäre der Warmherzigkeit und der gegenseitigen Wertschätzung."
Auslöser für die Einführung des Konzepts 'Sozialwirksame Schule' war vor acht Jahren eine deutliche Unzufriedenheit der Lehrkräfte, weil ihre erzieherischen Bemühungen zu wenig Wirkung zeigten. Damals fehlte ein Konsens über ein gemeinsames erzieherisches Konzept - mit den entsprechenden Konsequenzen für das Schulleben. "Das hat sich inzwischen völlig geändert. So stellen wir beispielsweise fest, dass die Schüler im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof friedlicher und freundlicher miteinander umgehen. Ängstliche und gehemmte Schüler wurden selbstsicherer, die Gewaltbereitschaft ist zurückgegangen", so Ruß.
Im Rahmen der Initiative 'Werteerziehung und Persönlichkeitsbildung an Schulen' besuchen Kabinettsmitglieder und Prominente in den nächsten Monaten insgesamt acht Schulen in Bayern, an denen bereits seit längerer Zeit beispielhafte Projekte durchgeführt werden. Die Erkenntnisse aus der Initiative werden im Rahmen eines Kongresses im Februar 2008 zusammengetragen, gesichert und ausgewertet. Prof. Dr. Hans-Ludwig-Schmidt von der Katholischen Universität Eichstätt begleitet das Projekt wissenschaftlich.
Angesichts der Diskussionen in den vergangenen Monaten und der immer wieder laut werdenden Forderung nach einer neuen Wertedebatte zeigte sich der Kultusminister zuversichtlich: "Alles deutet darauf hin, dass sich immer mehr Menschen mit dem schleichenden Werteverfall nicht mehr abfinden. Die Zeit ist reif für eine Besinnung auf die Fundamente unserer Werteordnung und der Gesellschaft."
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