Hessen

Kultusministerin Henzler: Schulvielfalt und Unterrichtsqualität statt Strukturdebatte

Kultusministerin Dorothea Henzler hat heute im Landtag den Antrag der Grünen auf "Einführung eines zweigliedrigen Schulsystems" zurückgewiesen. "Diese Debatte ist ein Treten auf der Stelle", weil sie einmal mehr die ideologische Frage nach der "richtigen" oder "falschen Schulstruktur aufwirft. Jede Debatte über eine Vereinheitlichung des Schulsystems bringt nur Verunsicherung bei den Eltern", sagte die Ministerin.

14.04.2011 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Für die Landesregierung sei nicht die Schulform, sondern der Erhalt der drei Abschlüsse in Gymnasium, Real- und Hauptschule entscheidend, da insbesondere das Handwerk den Erhalt des Hauptschulabschlusses eindringlich gefordert habe, um seinen Auszubildendennachwuchs zu sichern. "Deswegen wird sich diese Landesregierung auf die Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht konzentrieren. Trotz der Einsparzwänge sind wir auf einem guten Weg, denn noch nie waren die Schulen so gut mit Lehrkräften ausgestattet, hat der Schuljahresbeginn so reibungslos funktioniert und standen so viele Ganztagsangebote zur Verfügung.

Die Ministerin führte aus, dass die meisten Bundesländer sich auf den Weg gemacht hätten, insbesondere für den Bildungsgang Hauptschule neue Lösungen zu entwickeln, weil die Akzeptanz dieses Bildungsgangs nachweislich schwinde. Hier müsse jedoch jedes Land seinen eigenen Weg gehen, ausgehend von seinem jeweiligen traditionell gewachsenen Schulsystem, und nicht nach dem Vorbild anderer Länder, wie etwa dem Saarland und Bremen, die komplett andere Ausgangslagen hätten. Man könne einem Land nicht einfach das Schulsystem eines anderen Landes überstülpen. Hessen habe mit der Mittelstufenschule ein freiwilliges Angebot geschaffen, das fächerübergreifendes Lernen ermögliche, die Berufsorientierung und die Ausbildungsreife stärke und beide Bildungsabschlüsse, Haupt- und Realschule, erhalte. "Dass dieses Konzept akzeptiert wird von den betroffenen Schulen, zeigt die Tatsache, dass bereits 15 konkrete Anträge auf Umwandlung vorliegen, obwohl das neue Schulgesetz noch gar nicht in Kraft getreten ist."


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