Kultusministerin Karin Wolff zur Kern-Schulverfassung im Rahmen des Modellprojekts Selbstverantwortung plus
"Die neue Form der Selbstorganisation und Selbstbestimmung wird viele Kräfte an den Schulen freisetzen." So lobte Kultusministerin Karin Wolff heute vor der Presse in Wiesbaden die von den beruflichen Schulen des Modellprojekt Selbstverantwortung plus erarbeitete Schulverfassung als "Meilenstein der selbstverantwortlichen Schule".
16.03.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenUm einen vorgegebenen Kern herum können die Schulen eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte individuelle Organisation entwickeln. An den Mitbestimmungsrechten der Eltern und der Schülervertretung ändere sich grundsätzlich nichts, berichtete Karin Wolff. Um effizienter zu arbeiten, können die Schulen dem Arbeitsgruppen-Vorschlag folgen und ihre schulinternen Gremien neu strukturieren: "An die Stelle der Gesamtkonferenz tritt das Plenum mit einem gestrafften Aufgabenbereich. Überwiegend besetzt mit Mitgliedern der Schulleitung und gewählten Lehrkräften, löst der Schulvorstand die Schulkonferenz als strategisches Entscheidungszentrum ab. Der Schulbeirat kommt als neues Organ hinzu, um die Schule besser mit dem Umfeld zu vernetzen", erläuterte die Ministerin.
"Um diesen Kern herum sind die Projektschulen in ihrer Organisation frei", sagte Karin Wolff. Sie könnten sich beispielsweise für Klassen- oder Fachteams entscheiden. Auch stehe es den 17 Projektschulen frei, ob sie auf der Basis der Kern-Schulverfassung arbeiten wollen. Ein Workshop für die Selbstverantwortung-plus-Schulen am Donnerstag, 31. Mai 2007, werde "dazu beitragen, dass die ersten Schulen ab dem kommenden Schuljahr mit der neuen Verfassung arbeiten können".
Am Beispiel der Limburger Peter-Paul-Cahensly-Schule erläuterte deren Schulleiter Heinz Metternich, Projektleiter Organisationsstruktur des Modellprojekts Selbstverantwortung plus, was die neue Schulverfassung für die Schulen konkret bedeutet und wie sie dort umgesetzt werden kann: "Die teambezogenen Strukturen der Peter-Paul-Cahensly-Schule basieren auf fünf Abteilungen. Die fünf Abteilungen entsenden jeweils eine Vertreterin oder einen Vertreter in den Schulvorstand. Drei Vertreterinnen und/oder Vertreter werden aus dem Plenum gewählt."
Voraussetzung der neuen Organisationsstruktur sei ein Zielvereinbarungs und -überprüfungssystem: "Oberste Ebene für die Zielvereinbarung", so Heinz Metternich, "sind die Organe Schulvorstand und Schulleitung. Der Schulvorstand vereinbart verbindliche Ziele mit der Schulleitung. Die fünf Abteilungsleiter transportieren dann die abteilungsbezogenen Zielsetzungen in ihre jeweiligen Teams. Die Verbindlichkeit wird durch die personale Verantwortung in den jeweiligen Ebenen gewährleistet."
Das gesamte System an der Peter-Paul-Cahensly-Schule basiere auf deren Leitbild, eine qualitätszentrierte Schulentwicklung zu praktizieren, unterlegt mit Qualitätszielen in den jeweiligen Handlungsfeldern. Auf allen Ebenen erfolge die Zielüberprüfung einmal jährlich im Oktober/November.
Hintergrund:
Das Modellprojekt Selbstverantwortung plus wurde 2005 vom Hessischen Kultusministerium – unterstützt von einem einstimmigen Landtagsbeschluss – initiiert, um beruflichen Schulen mehr Entscheidungsmöglichkeiten in organisatorischen, personellen, finanziellen und sachlichen Fragen einzuräumen und so einen Beitrag zum Erweitern der Eigenverantwortung und Verbessern der Bildungsqualität zu leisten.
- Das Projekt ist in sechs Teilprojekte gegliedert:
- Qualitätsentwicklung,
- Qualitätssicherung,
- Organisationsstruktur,
- Personalgewinnung und Personalentwicklung,
- Finanzen sowie
- Bildungsangebot und regionales Bildungsnetzwerk.
Folgende Schulen sind am Modellprojekt Selbstverantwortung plus beteiligt:
- August-Bebel-Schule, Offenbach, www.august-bebel-schule.de
- Berufliche Schulen des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Korbach und Bad Arolsen, www.berufsschule-korbach.de
- Berufliche Schulen des Odenwaldkreises, Michelstadt, www.bso-michelstadt.de
- Berufliche Schulen Untertaunus, Taunusstein, www.bsutaunus.de
- Berufliche Schulen Witzenhausen, www.bs-witzenhausen.de
- Verbund Eugen-Kaiser-Schule und Ludwig-Geißler-Schule, Hanau, www.eugen-kaiser-schule.de und www.ludwig-geissler-schule.de
- Hans-Viessmann-Schule, Frankenberg und Bad Wildungen, www.viessmann-schule.de
- Verbund Gewerblich-technische Schulen der Stadt Offenbach und Theodor-Heuss-Schule, Offenbach, www.gts-offenbach.de und www.ths.schulen-offenbach.de
- Johann-Philipp-Reis-Schule, Friedberg, www.jprs.de
- Konrad-Zuse-Schule, Hünfeld, www.konrad-zuse-schule.de
- Martin-Behaim-Schule, Darmstadt, www.mbsonline.de
- Max-Eyth-Schule, Dreieich, www.mes-dreieich.de
- Oskar-von-Miller-Schule, Kassel, www.ovm-kassel.de
- Peter-Paul-Cahensly-Schule, Limburg, www.ppc-schule.de
- Werner-Heisenberg-Schule, Rüsselsheim, www.whs-ruesselsheim.de
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