Baden-Württemberg

Kultusministerin Marion Schick: SPD-Märchenstunde muss ein Ende haben. Menschen wolle klare Konzepte, die in sich stimmig und finanzierbar sind

Zur Forderung der SPD-Landtagsfraktion, dass die Realschule von der Landesregierung mehr Unterstützung erfahren solle, sagte Kultusministerin Marion Schick: "Es ist schon sehr bemerkenswert, dass diejenigen, die lautstark eine Benachteiligung der Realschule anprangern, diese erfolgreiche Schulart in Wahrheit durch eine wie auch immer geartete Einheitsschule am liebsten langfristig ins Aus befördern wollen. Einerseits bei jeder Gelegenheit die Einheitsschule zu fordern und andererseits den Realschulen falsche Versprechungen zu machen, ist eine verlogene Konzeptionslosigkeit. Die Menschen im Land wollen keine Märchenstunden, sondern klare bildungspolitische Konzepte, die in sich stimmig und finanzierbar sind. Der SPD-Wolf im Schafspelz überzeugt niemanden."

07.01.2011 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Wie bereits schon mehrfach angekündigt, wird eine CDU-geführte Landesregierung in der kommenden Legislatur die Realschule in den Mittelpunkt der Bildungspolitik stellen. "Es scheint als wolle sich die SPD das CDU-Wahlprogramm zueigen machen", sagte Ministerin Schick. "Die Realschule ist die Schulart, die von der Klassenteilersenkung in den kommenden Jahren sehr stark profitieren wird. Es ist aber völlig richtig, dass bei den weiterführenden Schularten in den letzten Jahren das Hauptaugenmerk auf der Weiterentwicklung und Profilierung der Haupt- und Werkrealschule bzw. des Gymnasiums lag. Deshalb werden wir ein Qualitätsprogramm zur Stärkung der Realschulen auflegen, das das besondere Gewicht der Realschule für die Qualität unseres Bildungswesens zum Ausdruck bringt. Die Realschule ist das Rückgrat unseres durchlässigen Bildungssystems. Wie bei den anderen Schularten muss deshalb die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler weiter forciert werden. Konkret kann dies zum Beispiel bedeuten, dass Ressourcen für eine Hausaufgabenbetreuung an den Realschulen bereitgestellt werden, sagte Kultusministerin Marion Schick.

Dem von der SPD-Fraktion geforderten Rechtsanspruch für Realschüler auf einen Platz an beruflichen Gymnasien erteilte Schick eine klare Absage: "Wir können die Zukunftschancen unserer Jugendlichen nicht durch Rechtsansprüche oder starre Regelungen verbessern, sondern einzig und allein durch Taten. Die Angebote der beruflichen Gymnasien wurden von der Landesregierung in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent ausgebaut. Baden-Württemberg liegt hier bundesweit an der Spitze. Im vergangenen Herbst haben wir weitere 100 neue Klassen und bis zu 17 neue Standorte für die beruflichen Gymnasien auf den Weg gebracht. Dieser Ausbau wird in den nächsten Jahren konsequent fortgesetzt, so dass den Realschulabsolventinnen und –absolventen ein sehr gutes Angebot, das stetig erweitert wird, zur Verfügung steht. Es ist mir aber auch wichtig zu betonen, dass die Realschulen nicht nur auf die beruflichen Gymnasien und die Hochschulreife vorbereiten, sondern beispielsweise auch auf eine Ausbildung im dualen System. Diese vielfältigen Anschlussmöglichkeiten machen das Gewicht und die Bedeutung der Realschule für unser Bildungssystem aus."


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