Kultusministerium setzt weiter auf Hauptschule als wichtige Säule in gegliedertem Schulwesen

Der Städtetag zeichnet ein zu düsteres Bild von der Entwicklung der Schullandschaft in Bayern und vor allem von der Hauptschule, weist Bayerns Kultusministerium die Prognose eines "Hauptschulsterbens" zurück. Die Hauptschule ist in Bayern eine leistungsfähige Schulart. Zwar ließen sich aufgrund der demographischen Entwicklung und der Schulwahl der Eltern für ihre Kinder nicht alle 1050 Hauptschulstandorte halten. Aber das Netz der Hauptschulen lege sich auch in Zukunft viel dichter über den Flächenstaat Bayern als das der Realschulen und Gymnasien.

24.07.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Ausdrücklich hat Kultusminister Siegfried Schneider immer wieder darauf hingewiesen, dass auch einzügige Hauptschule erhalten werden sollen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarschulen lasse sich auch dort ein qualitativ hochwertiges Unterrichtsangebot sicher stellen. Im Schulamtsbezirk Dingolfing-Landau erproben gegenwärtig 11 Hauptschulen eine enge Vernetzung – hier wurde ein Modellregion eingerichtet.

Repräsentanten von Handwerkstag, Industrie- und Handelskammern sowie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hatten erst jüngst bestätigt, dass die bayerische Wirtschaft auf die Hauptschüler nicht verzichten kann. Sie setzen damit ein Zeichen für die Zukunftsfähigkeit einer sich immer wieder wandelnden Hauptschule.

Die bayerischen Hauptschüler erbringen nach der internationalen Vergleichsstudie PISA deutlich bessere Leistungen als die Schüler der Integrierten Gesamtschulen in Berlin, Brandenburg und Hamburg. "Die Hauptschule ist in Bayern eine leistungsfähige Schulart", unterstreicht Kultusminister Siegfried Schneider. Gerade heute ehrte er 68 Absolventen der Hauptschule, die den besten Qualifizierenden Hauptschulabschluss und den besten Mittleren Bildungsabschluss in München erreicht hatten.

Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Prof. Jürgen Baumert, sieht die Hauptschulen in Bayern und Baden-Württemberg als positive Beispiele für günstige Schülerzusammensetzung und hohen Leistungsstand. Die bayerischen Hauptschulen bieten für Prof. Baumert gute Lernbedingungen.

Nationale Bildungsbericht 2008 hatte auch festgestellt, dass die Berufsaussichten für die bayerischen Hauptschüler gut sind. Gegenwärtig besuchen rund 35 Prozent der Schüler eines Jahrgangs die Hauptschule.

Für Bayern lohnt es sich deshalb, kraftvoll in seine Hauptschüler und seine Hauptschule zu investieren. Gerade Schüler mit ausgeprägt praktischen Begabungen werden an dieser Schulart im Freistaat besonders erfolgreich gefördert. Sie haben im durchlässigen bayerischen Schulwesenalle Chancen, sich nach der Hauptschule weiter zu qualifizieren.

Kultusminister Siegfried Schneider baut die bayerische Hauptschule daher zu einer berufsorientierten Schule aus. Dazu wird vor allem die individuelle Förderung verstärkt, wichtige Fächer wie Deutsch und Mathematik werden in Module geteilt, die berufliche Orientierung wird gestärkt. Gebundene Ganztagsklassen werden flächendeckend bedarfsorientiert eingeführt. Gebundene Ganztagsklassen gibt es derzeit an 161 Standorten; sie werden im kommenden Schuljahr auf mehr als 330 Standorte ausgeweitet.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden