Kultusministerium: Über die Qualität von Lehrkräften kann nicht nur eine Prüfung entscheiden

Über die Qualität der pädagogischen Ausbildung und vor allem der späteren pädagogischen Arbeit von Lehrkräften kann nicht nur eine Prüfung entscheiden. Zentral ist vielmehr die Unterrichtspraxis und dabei die Fragestellung, ob es einer Lehrkraft gelingt, Inhalte an Schüler zu vermitteln und Kompetenzen bei Schülern zu entwickeln. Auf dem Weg zu dieser Kompetenz der Lehrkraft spielt der zweijährige berufspraktische Vorbereitungsdienst, das Referendariat, eine Schlüsselrolle. Die nun in Kraft gesetzte Lehramtsprüfungsordnung wird dieser Erfahrung und Erkenntnis noch besser gerecht.

07.04.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Nach der neuen Lehramtsprüfungsordnung (LPO I) wird deshalb der Stoff, den die Studenten vermittelt erhalten, modularisiert. D.h. die Universität verteilt die vorgesehenen Fachthemen auf Module, die jeweils von den Hochschullehrern gelehrt und dann auch geprüft werden. Dazu kommt ein Staatsexamen, zu dem verpflichtend eine Prüfung aus dem Bereich der Erziehungswissenschaften zählt (Schulpädagogik, Psychologie, allgemeine Pädagogik). Wer in dieser staatlichen Prüfung eine Sechs schreibt, ist durchgefallen. Wer aber eine Fünf erreicht, kann diese mit entsprechend guten Leistungen aus den von der Hochschule geprüften Modulen der Erziehungswissenschaften ausgleichen. Dies ist eine Regelung, die auch für andere Teile der Prüfung gilt, aber auch bei anderen Staatsexamina. Wer z.B. beim juristischen Staatsexamen die Teilnote Strafrecht "versiebt" hat, ansonsten aber gut ist, kann trotzdem Richter werden. Bayern wäre das einzige Land in Deutschland, das wegen einer Teilnote eine Prüfung mit nicht bestanden wertet (bei ansonsten entsprechenden Leistungen).

Die neue LPO I wurde mit der Universität Bayern e.V., der Vertretung aller Universitäten und deren Rektoren bzw. Präsidenten, abgestimmt. In Zukunft wird das Staatsexamen nicht mehr allein die Prüfungsnote bestimmen: 40 Prozent zählen die von der Hochschule geprüften Module in der Endnote. In Bayern folgt auf das Erste Examen eine zweijährige Referendarausbildung, in deren Mittelpunkt die Vermittlung pädagogischer und schulpsychologischer Kenntnisse und Kompetenzen steht. Die Referendarzeit bleibt in Bayern auch künftig länger als in vielen anderen Ländern, einige Länder wie Nordrhein-Westfalen haben sie auf ein Jahr gekürzt.

In Bayern können rund 30 Prozent der Studienzeit von den Universitäten und den Studenten frei gestaltet werden - auf ausdrücklichen Wunsch der Universitäten. In dieser "freien" Zeit kann der Anteil der erziehungswissenschaftlichen Studien verdoppelt werden.

Die neue LPO I verlangt Orientierungspraktika und studienbegleitende praktische Anteile, die dazu dienen, im Berufsalltag erforderlich pädagogische Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben. Mit der neuen Lehramtsprüfungsordnung wurden die pädagogischen Anteile der Ausbildung entsprechend dem Landtagsbeschluss ausgeweitet.


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