Land Hessen investiert über drei Millionen € in den Ausbau der Reinhardswaldschule

Im Rahmen der Neuorganisation der Lehrerfortbildung in Hessen wird die Tagungsstätte Reinhardswaldschule in Fuldatal (Kassel) modernisiert und ausgebaut. Für einen neuen Tagungsbereich mit Küche und Speisesaal investiert das Land Hessen mehr als drei Millionen €. "Damit untermauern wir unser deutliches Bekenntnis zum Standort Fuldatal. Für die Region ist die Investition bedeutend, weil hier ortsnahe Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert werden", erklärte der Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, Joachim Jacobi, heute beim Spatenstich für den Neubau. Zurzeit beschäftigt die Tagungsstätte 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Baumaßnahme, die Ende 2005 abgeschlossen sein soll, entsteht eine Nutzfläche von rund 1.000 Quadratmetern.

02.09.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Die Geschichte der Reinhardswaldschule als Lehrerbildungsstätte sei eng verknüpft mit der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. "Sie ist ein frühes Beispiel eigenständiger Bemühungen der erneuerten Erziehungsansätze nach der NS-Zeit", so Jacobi. Gekauft werden wurde die Reinhardswaldschule mit den 180.000 DM, die der amerikanische Hochkommissar als "Anschubfinanzierung" für die hessische Lehrerfortbildung zur Verfügung gestellt hatte. Die Gründungsmütter und -väter der Fortbildung in Hessen wollten mit der Reinhardswaldschule einen Anfang setzen für eine reformierte Lehrerbildung insgesamt; die Fortbildung war für sie das erste Teilstück. Wissenschaftlichkeit sollte alle Teile der Lehrerbildung durchdringen und damit auch Grundlage sein für die Fortbildung.

"Die Reinhardswaldschule war und ist für Generationen von Lehrkräften in Hessen zu einem Synonym für die Lehrerfortbildung insgesamt geworden", so der Staatssekretär. In Zeiten knapper Kassen reiche ein hoher Symbolwert allein jedoch nicht aus: "Erhalt und Ausbau einer Tagungsstätte müssen notwendig zur Frage der Auslastung führen", bezog sich Jacobi auf den seit Jahren zu beobachtenden Trend zu kürzeren, vor allem auch wohnortnahen Angeboten der Lehrerfortbildung.

"Um die Wirtschaftlichkeit und damit ihre Existenzberechtigung zu erhalten, unterstützt die Landesregierung alle Bemühungen der Reinhardswaldschule, die Lehrerbildung als Ganzes in den Fokus zu nehmen, um so die Zukunft der Tagungsstätte dauerhaft zu sichern", erklärte Jacobi. Die Reinhardswaldschule müsse sich öffnen für eine multifunktionale Nutzung für alle Phasen der Lehrerbildung. "Sie muss dies tun durch eine attraktive Infrastruktur und sie muss gleichzeitig die Akzeptanz der Reinhardswaldschule außerhalb des Bildungsbereichs noch mehr als bisher zu steigern versuchen, indem sie z.B. den regionalen Bezug mehr als bisher als Standortvorteil nutzt und auch für dezentrale Fortbildungsaktivitäten verstärkt zur Verfügung steht", forderte er.

Im Rahmen der Neuordnung der Lehrerbildung gelte es, künftig mehrtägige Seminare stärker für die Multiplikatoren-Qualifizierung und auch für die Personalqualifizierung für Funktionsstellen anzubieten, mit denen z.B. Lehrkräfte systematisch auf eine künftige Leitungsfunktion vorbereitet werden. Neben schul- und dienstortnahen Fort- und Weiterbildungsangeboten werde es auch künftig mehrtägige Veranstaltungen mit Möglichkeiten zur Übernachtung und Verpflegung geben müssen, "auch wenn die Fort- und Weiterbildung möglichst dezentral, berufsbegleitend und außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden soll", so Jacobi.

"Eine gute Ausbildung und Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer ist von fundamentaler Bedeutung für gute Schulen", verdeutlichte Jacobi die Notwendigkeit des Erhalts und der zielgerichteten Erweiterung der beruflichen Kompetenzen zur Qualitätsverbesserung der Leistungen hessischer Schulen. "88 Prozent der gesamten im Bildungswesen eingesetzten Mittel fließen in Deutschland in die Bezahlung des Personals. Personal ist also ein hohes, sehr wertvolles Gut", unterstrich Jacobi die hohe Bedeutung der Personalentwicklung.

"Hessen investiert jährlich ca. 29 Millionen Euro in die Qualifizierung seiner Lehrkräfte", so der Staatssekretär. Nicht eingerechnet sind hier Investitionen in das Fachberatersystem der Staatlichen Schulämter und Unterstützungsleistungen wie die Homepage und das Broschürenangebot des Kultusministeriums, Beratungsleistungen der Studienseminare und des Amtes für Lehrerbildung (AfL). "Wir werden hier keine Kürzungen vornehmen. Im Gegenteil: Durch das Einbeziehen der Staatlichen Schulämter und des AfL in die Fortbildungs- und Qualifizierungsanstrengungen wird sich dieser Ansatz noch erhöhen", sagte Jacobi.


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