Schleswig-Holstein

Land qualifiziert zwölf Sintezzas und Sintos zu Bildungsberatern

Kinder und Jugendliche aus Sinti- und Romafamilien erfahren ab dem kommenden Schuljahr 2014/15 eine besondere Unterstützung. Die Schülerinnen und Schüler der Minderheit werden künftig in der Schule von zwölf Sintezzas und Sintos betreut, die sich über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren zu Bildungsberaterinnen und -beratern qualifiziert haben.

25.03.2014 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ,Wara' Wende überreichte heute (24. März) in Kiel die entsprechenden Zertifikate: "Die Bildungsberaterinnen und -berater unterstützen, beraten und vermitteln. Sie schaffen das notwendige Vertrauen in die Schule und machen bessere Bildungschancen für diese Kinder und Jugendlichen möglich." "Der Weg dieser Qualifizierungsmaßnahme war bis zu ihrem erfolgreichen Abschluss für alle Beteiligten neu und nicht immer einfach. Heute sind die Bildungsberaterinnen und Bildungsberater jedoch gut vorbereitet und werden mit ihrem erworbenen Fachwissen, der gewonnenen Erfahrung und mit viel Motivation eine wertvolle Schnittstelle zwischen den Kinder aus der Minderheit und der Institution Schule sein", so Matthäus Weiß, 1. Landesvorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma in Schleswig-Holstein.

Die Qualifizierungsmaßnahme wurde von den Jobcentern, dem Berufsbildungszentrum Schleswig und dem Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein getragen. Die zehn Sintezzas und zwei Sintos im Alter von 20 bis 30 Jahren erhalten Teilzeitstellen. Aufgabe der Bildungsberaterinnen und -berater ist es, die Schülerinnen und Schüler der Minderheit zu unterstützen. Sie helfen bei sprachlichen Schwierigkeiten und übernehmen die Hausaufgabenbetreuung. Zugleich informieren die Frauen und Männer in den Schulen über die Kultur der Sinti und Roma, schlichten bei Konflikten und versuchen, die Eltern der Kinder und Jugendlichen vom Wert einer guten Bildung und einem regelmäßigen Schulbesuch zu überzeugen. Sie sind landesweit tätig und decken den Bereich von der Kindertageseinrichtung über die Grundschule bis zu den weiterführenden Schulen oder der Beruflichen Schule ab. Ergänzt wird dieses Projekt durch die Arbeit von vier Mediatorinnen - ebenfalls Sintezzas -, die seit vielen Jahren an Kieler Schulen arbeiten.

Bildungsministerin Wende: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass unsere Unterstützung willkommen ist und die Akzeptanz zwischen Minderheit und Mehrheitsbevölkerung verbessert. Diesen Weg wollen wir weitergehen." "Diese Akzeptanz, auch bei Schülern und Eltern, wird dazu führen, dass die Bildungsberaterinnen und Bildungsberater wirkliche Brückenbauer werden können. Sie können den Kindern eine Perspektive geben", so Weiß abschließend.


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