Landeselternverband Bayerischer Realschulen: Stärken und Profile der Realschule

"Eine Schulart, die ihre Schülerzahlen seit 1960 von 50.000 auf 233.000 nahezu verfünffacht und ihre Schulstandorte von rd. 200 auf 352 gesteigert hat, kann ohne weiteres als ein Gewinn und bildungspolitischer Renner für Bayern bezeichnet werden", eröffnete Ingrid Ritt den Presseinformationstag an einer Münchner Realschule.

20.07.2009 Pressemeldung Landeselternverband Bayerischer Realschulen (LEV-RS)

Das unverwechselbare und in 60 Jahren gewachsene Bildungskonzept der Realschule mit der schon klassischen Verbindung von Theorie und Praxis, von Wissenschaft und Lebenswirklichkeit, von Allgemeinbildung und beruflicher Vororientierung gefällt den Eltern in besonderem Maße.

Ein weiteres Markenzeichen der Bayerischen Realschule ist die Profilbildung in Wahlpflichtfächer ab der 7. Jahrgangsstufe, die es Kindern ermöglicht, eine bestimmte Fächergruppe je nach Begabung, Neigung und Interesse zu wählen. Dieses spezifische Realschulangebot fördert die individuelle Lernmotivation und die individuelle Lernförderung. Dass dies in seiner Vielfalt erhalten bleibt bzw. weiterentwickelt wird, ist ein ganz großes Anliegen von uns Realschuleltern, so die Vorsitzende.

Trotz all ihrer Erfolge darf und kann "die eher ruhige Schulart Realschule" bei notwendigen Verbesserungen nicht außen vor bleiben. Vordringlichster und Jahrzehnte alter Wunsch des LEV-RS: Mehr Tempo beim Abbau der großen Klassen. Die Erfolge der Realschule müssen unbedingt durch angemessene personelle, pädagogische und sachliche Rahmenbedingungen gesichert werden! Man nenne hier nur die Schlagworte Sozialpädagogen, Schulpsychologen und der bedarfsorientierte Ausbau von Ganztagsrealschulen!

Der Landeselternverband Bayerischer Realschulen unterstützt mit MINT (Mathematik, Informationstechnologie, Naturwissenschaft, Technik) den technischen Fortschritt zur dauerhaften Erhaltung unseres Wohlstandes in Bayern. Ingrid Ritt fordert: "Wir wollen in diesem Bereich zukünftig einen Schwerpunkt setzen."

"Wir unterstützen uneingeschränkt die Stärkung jeder unserer bewährten Schulart, lehnen aber eine Zusammenlegung von Schularten oder eine längere gemeinsame Schulzeit mit Entschiedenheit ab. Wir wissen, dass bei einer Verschmelzung eine deutliche Niveauabsenkung die Folge wäre, machen die Realschuleltern deutlich. Das Ergebnis wäre eine Über- bzw. Unterforderung der Schüler und Schülerinnen. Vor allem eine Nivellierung des Realschulniveaus wäre eine starke Benachteiligung der Realschüler und Realschülerinnen und würde Handel, Handwerk und Gewerbe in Bayern in erheblichem Maße treffen.

Den Presseinformationstag schloss Ingrid Ritt mit Zuversicht und der Forderung: "Wenn Bayern und Deutschland gestärkt aus der derzeitigen Krise hervorgehen wollen, dann muss in die Bildung investiert und die Schulen weiterentwickelt und gestärkt werden." Die Zeit dazu ist reif.


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