Landeselternverband der Realschulen lehnt Zusammenlegung von Realschulen mit Hauptschulen ab
"Der Landesverband steht zwar zu den Kooperationsmodellen, Realschüler müssen aber weiterhin laut Koalitionsvertrag an eigenständigen Realschulen unterrichtet werden," forderte die Landesvorsitzende des Landeselternverbandes Bayerischer Realschulen (LEV-RS) Ingrid Ritt anlässlich einer Sitzung in München. Dieses selbstverständliche Prinzip des gegliederten Schulwesens dürfe in Bayern auch in Zeiten demografischer Veränderungen nicht preisgegeben werden. "Eine Zusammenlegung geht eindeutig zu Lasten unserer Realschüler, die nicht mehr entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert werden könnten. Wer etwas anderes behauptet, ist entweder pädagogischer Laie oder ideologisch verbohrt," kritisierte die LEV-Vorsitzende.
21.04.2009 Pressemeldung Landeselternverband Bayerischer Realschulen (LEV-RS)Scharfe Kritik übte die Landesvorsitzende in diesem Zusammenhang an den bildungspolitischen Vorstellungen der Bayern-FDP zu einer Zusammenlegung von Realschulen und Hauptschulen. Was hier als Fortschritt verkauft werde, sei in Wirklichkeit ein gefährlicher Nivellierungstrend, der "weder unseren Kindern noch den Abnehmern in Wirtschaft und Gesellschaft weiter hilft". Es sei nicht begreiflich, dass ausgerechnet die FDP, die zur persönlichen Leistung steht, hier die Einebnung schulischer Leistungsansprüche fordere.
Der Landeselternverband lehnt es auch ab, Realschüler und Realschülerinnen an Hauptschulen zu "verlagern", um den dortigen Standort zu sichern. "Wenn ein derartiges Vorgehen zum pädagogischen Leitprinzip von Kommunalpolitikern zur Sicherung des eigenen Standortes erhoben wird, muss die bestmögliche Förderung von Hauptschülern und auch Realschülern auf der Strecke bleiben," so Ritt.
Die Landesvorsitzende der Realschuleltern warnte darüber hinaus davor, den Täuschungsmanövern der Gesamtschulverfechter "auf den Leim zu gehen". Nach dem Scheitern der Gesamtschule in Deutschland versuche man nun unter der Vortäuschung einer besseren regionalen Schulentwicklung und Wohnortnähe, das erfolgreiche gegliederte Schulwesen, das alle Schultypen in erreichbarer Nähe anbietet, nach dem Prinzip der Salamitaktik auszuhebeln. Ritt sprach die Befürchtung aus: "Zuerst wird die Realschule zerrieben, dann kommen die Gymnasien dran, wie zur Zeit in Hamburg zu sehen ist."
Mündige Eltern erkennen sehr gut, wo ihre Kinder bestmöglichst gefördert werden und wenden sich von der Gesamtschule ab. Dies habe die bundesdeutsche Entwicklung außerhalb Bayerns überdeutlich gezeigt und sollte für die politisch Verantwortlichen eine deutliche Mahnung sein. Wir brauchen keine neuen Gesamtschul-Experimente, sondern eine kluge Weiterentwicklung der Schularten einschließlich der Hauptschulen, schloss Ingrid Ritt.
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