Lehrer fordern nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität ihres Berufsstandes in M-V
Zum Schuljahresbeginn sorgen die Tatsachen, dass durch die schülerbezogene Zuweisung bspw. in regionalen Schulen eine Unterrichtung in kleineren Gruppen bei einer sozial schwierigen Klassenzusammensetzung nun nicht mehr möglich ist und das, durch die Landesregierung vorgelegte, Lehrerzukunftsprogramm für große Aufregung. Seit Montag beteiligten sich deshalb bereits über 400 Lehrerinnen und Lehrer sowie Referendar/innen an einer Unterschriftenaktion der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Unter dem Motto "Für dich. Für mich. Für ALLE! – Gemeinsam für eine Verbesserung der Attraktivität der Lehrerberufes in M-V" fordert die Bildungsgewerkschaft mit Unterstützung der Lehrer die Landesregierung dazu auf, nachhaltige Verbesserungen für diese Berufsgruppe auf den Weg zu bringen.
09.09.2009 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern"Der Berg kreißte und gebar … eine Maus. Anders lässt sich das so genannte Lehrerzukunftsprogramm der Landesregierung, welches kürzlich in Schwerin vorgestellt wurde, leider nicht besser zusammenfassen.", sagt Annett Linder, Landesvorsitzende der GEW. "Anstatt Maßnahmen zu ergreifen, die dem Lehrerberuf insgesamt mehr Anerkennung verschaffen und damit auch mehr junge Lehrerinnen und Lehrer für unser Bundesland begeistern würden, verlegt man sich auf Flickschusterei.", so die GEW-Vorsitzende weiter. Das Land plant ab dem kommenden Schuljahr 10 Millionen Euro mehr pro Jahr in die Schulen zu investieren. Rund fünf Millionen sollen nach diesen Plänen in Einstellungsanreize für den Lehrernachwuchs gesteckt werden. "Die über 12.000 Lehrer, die über Jahre hinweg mit ihrer Solidarität dafür gesorgt haben, dass keine Massenentlassungswelle durch das Land rollte, und die seit Jahren um Anerkennung und Wiedereinstieg in die Vollzeit kämpfen, gehen hingegen fast leer aus. Das empfinden die Kolleginnen und Kollegen als Undankbarkeit, Vertrauensbruch und Demütigung, wie sich jüngst das Kollegium eines Gymnasiums in einem offenen Brief gegenüber Herrn Tesch äußerte."
Die Bildungsgewerkschaft fürchtet um den Betriebsfrieden in den Kollegien, sollten sich bestimmte Lehrergruppen anderen gegenüber benachteiligt fühlen. Seit Beginn der Woche sammelt die GEW nun Unterschriften an den Schulen, um der Landesregierung deutlich zu machen, dass eine Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufes nur mit Maßnahmen möglich ist, die nachhaltig und für alle Lehrerinnen und Lehrer bestimmt sind. Zu den Hauptforderungen gehören dabei u.a. die Reduzierung der Pflichtstundenzahl und die Rückkehr in die Vollzeitbeschäftigung. Die Unterschriftenaktion läuft noch bis Anfang Oktober. Anlässlich des Weltlehrertages am 5. Oktober soll die Sammlung an Ministerpräsidenten Erwin Sellering übergeben werden.
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