Lehrer lassen nicht locker - Schulterschluss mit Ver.di und GdP

Nach dem erfolgreichen Auftakt in der letzten Woche ruft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die angestellten Lehrkräfte für Donnerstag, den 5. Februar, zu Warnstreiks in neun Städten (Bielefeld, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln und Wuppertal) auf. Die Gewerkschaft rechnet mit einer deutlichen Zunahme der Zahl der Streikenden in den Schulen und Hochschulen in NRW. Dabei setzt die GEW auch auf den Schulterschluss mit den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes Ver.di und GdP und plant gemeinsame Aktivitäten vor Ort. Aktionshöhepunkt ist Dienstag, der 10. Februar, wenn die Gewerkschaften Angestellte und Beamte zu einer Großdemonstration in Düsseldorf unter dem Motto "Mit acht Prozent aus der Krise" aufrufen.

02.02.2009 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Wir lassen nicht locker bis die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch gelegt haben", erklärte GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber heute vor der Presse in Düsseldorf. Die Stimmung in den Lehrerzimmern sei durchaus kämpferisch; die streikenden Angestellten erhielten viel Zuspruch auch von ihren verbeamteten Kollegen. Die eindrucksvolle Streikkundgebung der letzten Woche hätte zu einer spürbaren Mobilisierung geführt und gebe der Streikkampagne der GEW deutlichen Auftrieb. "Wer gute Schulen, muss auch die angestellten Lehrer gerecht bezahlen. Wir erwarten von Schulministerin Sommer, dass sie sich für die Belange ihrer Beschäftigten bei Finanzminister Linssen stark macht", verlangte Meyer-Lauber. Am Mittwoch letzter Woche waren gut 1.500 Pädagogen im Ausstand und beteiligten sich an einer landesweiten Streikkundgebung in Düsseldorf.

Hintergrund:
Die GEW setzt sich in der Tarifrunde für eine lineare Erhöhung der Angestelltengehälter um 8 Prozent ein. Weiterhin werden strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte und Sozialpädagogen an den Schulen und wissenschaftlichen Angestellten an den Hochschulen gefordert. Das Tarifergebnis soll zeitgleich auf die Landesbeamten übertragen werden.

Gehaltsvorsprung TVÖD
Nach dem Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst vom März letzten Jahres verdienen Beschäftigte in Bund und Kommunen ca. 200 € mehr als ihre Kollegen im Landesdienst. Vergleich der derzeit gültigen Tabellenentgelte in der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe (nach drei Berufsjahren):


TVÖD (1.1.09) TV-L (1.1.08)
Schulsozialarbeiter Entgeltgruppe 9 2.607,28 € 2.415,20 €
Lehrer an Grund-, Haupt-und Realschulen, Gesamtschulen Sek I Entgeltgruppe 11 3.126,61 € 2.920,20 €



Preise schneller als Beamteneinkommen gestiegen

2002 2008
Besoldungsindex A13 NRW* 100 102,25
Verbraucherpreisindex** 100 110,60



* Ursachen u.a.: 4 Jahre Nullrunden, Streichung des Urlaubsgelds, Kürzung des Weihnachtsgelds

** Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland


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