Lehrerbenotung im Internet: GEW-Landesvorsitzender gegen virtuellen Pranger
Unverständnis löst bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein Urteil des Kölner Landgerichts zugunsten des Lehrerbenotungsportals Spickmich aus. Danach dürfen Schüler auch in Zukunft anonym ihre Lehrer im Internet benoten.
31.01.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein"Wir brauchen keinen virtuellen Pranger im Internet, an den Schülerinnen und Schüler anonym ihre Lehrkräfte stellen. Lehrerinnen und Lehrer sind schließlich kein Freiwild! Bei aller Bedeutung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung befördert das Kölner Urteil nur eine Unkultur von Feigheit und Anonymität", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Donnerstag, 31. Januar 2008 in Kiel. Er plädierte dafür, an den Schulen eine Kultur zu etablieren, in der Schüler ihre Lehrer oder deren Unterricht offen und angstfrei kritisieren können.
Der GEW-Landesvorsitzende trat dafür ein, den Schutz der Privatsphäre der Lehrkräfte höher zu bewerten als das Recht auf anonyme Meinungsäußerung im Internet. "Der menschliche Respekt für die Lehrerinnen und Lehrer darf nicht durch anonyme Äußerungen im weltweit zugänglichen Netz in Gefahr geraten. Solche Äußerungen haben eine andere Qualität als Kloschmierereien früherer Tage."
Überhaupt hält Matthias Heidn Äußerungen von Schülern im Internet für ein generelles Problem. "Was die sich untereinander in ihren Chatrooms um die Ohren hauen, spottet jeder Beschreibung. Schmähungen, Beschimpfungen und Ausgrenzungen sind dort regelrecht an der Tagesordnung." Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, diese Themen im Unterricht offensiv anzusprechen.
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