Unterrichtsversorgung

Lehrereinstellungsbedarf und Lehrereinstellungsangebot in der Bundesrepublik Deutschland - Berechnung 2012 bis 2025

Zum Lehrereinstellungsbedarf und zum Angebot an Lehrkräften in der Bundesrepublik Deutschland legte die Kultusministerkonferenz eine Berechnung für den Zeitraum 2012 bis 2025 vor. Danach haben Lehramtsstudierende in Zukunft grundsätzlich gute Chancen, insbesondere in den ostdeutschen Ländern.

21.06.2013 Pressemeldung Sekretariat der Kultusministerkonferenz

Zusammenfassung der Ergebnisse für den Zeitraum 2012 bis 2025:

  1. Zwischen den westdeutschen und ostdeutschen Ländern gibt es dauerhaft erhebliche Unterschiede im Verhältnis zwischen Lehrereinstellungsbedarf und -angebot. Dies gilt sowohl für die Gesamtschau als auch für die separate Betrachtung der Lehramtstypen. Für den "Sekundarbereich II (allgemeinbildende Fächer) oder für das Gymnasium" besteht deutschlandweit in den nächsten Jahren durchgängig ein Überangebot. In allen anderen Lehrämtern lassen die Zahlen einen dauerhaften erheblichen Bedarf an Lehrkräften in den ostdeutschen Ländern (inklusive Berlin) erwarten. An einem Lehramtsstudium interessierte Bewerberinnen und Bewerber sollten sich vor Aufnahme eines Studiums eingehend über die künftige Bedarfssituation für Lehrkräfte je nach gewähltem Fach, nach Schulart und Region informieren, da sich die Bedingungen von Land zu Land sehr stark unterscheiden.
  2. Bundesweit ist bei derzeit 794.300 hauptberuflichen Lehrkräften für den Zeitraum bis 2025 mit einem durchschnittlichen jährlichen Einstellungsbedarf von rund 25.800 Lehrerinnen und Lehrern zu rechnen. Dabei übersteigt in den westdeutschen Ländern das Angebot an Lehrkräften den Lehrerbedarf durchschnittlich über alle Lehramtstypen um etwa 39 %, d. h. jährlich im Durchschnitt um rund 8.100 Personen. In den ostdeutschen Ländern hingegen besteht eine Unterdeckung von durchschnittlich 12 %, d. h. von jährlich rund 600 Personen.
  3. Für Deutschland stehen folglich bis zum Jahre 2025 insgesamt betrachtet zwar genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung. Die Differenzierung nach Lehramtstypen und der fachspezifische Bedarf zeigen jedoch, dass das Problem nicht besetzbarer Stellen in allen Ländern zum Teil weiterhin bestehen bleiben wird. Unverändert angespannt ist die Situation für den Lehramtstyp "Sekundarbereich II (berufliche Fächer) oder für die beruflichen Schulen" – hier insbesondere in den ostdeutschen Ländern – sowie den sonderpädagogischen Lehrämtern, bei denen der Bedarf über dem Angebot liegt.
  4. Aus der Sicht der Lehramtsbewerber ist – mit Ausnahme der erwähnten Situation für den "Sekundarbereich II (allgemeinbildende Fächer) oder für das Gymnasium" –festzustellen, dass sie bei einer länderübergreifenden Gesamtbetrachtung im genannten Prognosezeitraum gute Einstellungschancen im Schulsystem vorfinden werden. In den ostdeutschen Ländern wird der Einstellungsbedarf bis 2025 deutlich zunehmen und folglich zu einer verstärkten Nachfrage nach Lehrkräften in allen Schularten führen.
  5. Bei einem Vergleich mit der im Jahr 2011 veröffentlichten Berechnung hat sich der durchschnittliche jährliche Lehrereinstellungsbedarf in länderübergreifender Gesamtbetrachtung nur marginal verändert.

Zum Hintergrund:
Die Berechnung zur langfristigen Personalentwicklung im Schulbereich stützt sich auf Angaben der Länder und verfolgt das Ziel, die aktuelle Abschätzung des Lehrereinstellungsbedarfs der verschiedenen Lehramtstypen in den kommenden Jahren mit einer Vorausberechnung des Angebots an Absolventen der Zweiten Staatsprüfung zu verbinden.

Ausgangspunkt für die Ermittlung des Gesamtbedarfs bilden die Lehrkräfte, die für die vorhandenen und prognostizierten Schülerzahlen bis 2025 als erforderlich angesehen werden. Der künftige Lehrerbedarf wird jedoch von bildungspolitischen Faktoren wie Vorgaben zur Klassengröße, Schulstrukturen und pädagogischen Maßnahmen bzw. von Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Lehrerstellen sowie finanzpolitischen Zielsetzungen mitbeeinflusst. Die Berechnung der Kultusministerkonferenz kann daher aufgrund unterschiedlicher Annahmen von Berechnungen der Lehrerverbände abweichen. Die Prognose des Angebots an Lehrkräften ist ebenso von einer Reihe von Faktoren abhängig. Insbesondere können persönliche Entscheidungen der Studierenden sowie öffentliche Trendaussagen zum künftigen Lehrerbedarf das Lehrerangebot entscheidend beeinflussen.


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