Lehrergesundheitsprogramm: Gesundheitszustand der Lehrkräfte leicht verbessert
Der Krankenstand der Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher mit sonderpädagogischen Aufgaben (PmsA) ist im Schuljahr 2013/2014 gegenüber dem Schuljahr zuvor leicht zurückgegangen. Das geht aus der jüngsten Krankenstatistik des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur hervor.
01.10.2015 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernWährend der Krankenstand von Lehrkräften und PmsA im Schuljahr 2012/2013 bei 5,49 Prozent lag, waren im Schuljahr 2013/2014 nur noch 5,26 Prozent der Lehrkräfte und PmsA erkrankt. Auch die durchschnittliche Zahl der Krankentage von Lehrkräften und PmsA hat sich im Schuljahr 2013/2014 gegenüber dem Vorjahr leicht verringert. Im Schuljahr 2012/2013 waren es durchschnittlich 20 Krankentage, im Schuljahr 2013/2014 durchschnittlich noch 19,2 Krankentage.
"Das Land hat Interesse an gesunden und motivierten Lehrerinnen und Lehrern. Wenn Beschäftigte an Schulen motiviert sind, kommt dies insbesondere Schülerinnen und Schülern zu Gute", bekräftigte Bildungsminister Mathias Brodkorb. "Wir haben im Schuljahr 2014/2015 mit dem ersten Lehrergesundheitsprogramm auf die Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern reagiert. Das Land kommt seinen gesetzlichen Pflichten zur Gesundheitsförderung nach und macht den Beschäftigten an Schulen darüber hinaus freiwillige Angebote. Im Jahr 2015 stehen für die Gesundheitsförderung insgesamt 1,3 Mio. Euro zur Verfügung", betonte Brodkorb.
In einer Analyse zur Beanspruchungssituation von Lehrerinnen und Lehrern hat Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt im Jahr 2014 im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur mögliche Ursachen für Erkrankungen erforscht. Der Altersvergleich von jüngeren und älteren Lehrerinnen und Lehrern lässt erkennen, dass ältere Lehrkräfte bei hoher Anstrengung keine Entsprechung in einem positiven Lebensgefühl finden. Durch Selbstüberforderung und Vernachlässigung von Erholung haben sie ein höheres Gesundheitsrisiko. Bei jüngeren Lehrkräften steht der Arbeit eine Schonungs- oder auch Schutzhaltung gegenüber. Dieses Muster zeigt in der Regel kein gesundheitliches Risiko. Vollzeit arbeitende Lehrkräfte beurteilen insgesamt gesehen ihre Arbeitsverhältnisse positiver als teilzeitbeschäftigte Lehrinnen und Lehrer.
"Die Angebote des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zeigen Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern an Schulen Wege auf, wie sie mit täglichen Belastungen im Schulalltag besser umgehen können. Grundlage des langfristigen Handlungskonzeptes ist ein Leitfaden für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement an den öffentlichen Schulen", erläuterte Bildungsminister Mathias Brodkorb. "Schwerpunkte der Maßnahmen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement sind das Betriebliche Eingliederungsmanagement, der technische, medizinische und soziale Arbeitsschutz sowie die Betriebliche Gesundheitsförderung", sagte der Minister. Eine Bilanz der Betrieblichen Gesundheitsförderung von Lehrkräften lasse sich noch nicht ziehen, weil das Lehrergesundheitsprogramm erst im vergangenen Schuljahr an den Start gegangen sei.
Aus der Studie von Prof. Schaarschmidt geht zudem hervor, dass Frauen ihre berufliche Belastung negativer einschätzen als Männer. Eine Schlussfolgerung daraus sollte sein, dass der Belastungssituation von Lehrerinnen, die nicht selten durch eine Doppelbelastung in Beruf und Familie gekennzeichnet ist, besondere Beachtung gelten muss. Auch wenn Lehrkräfte die Belastungen in ihrem Beruf in der Regel als hoch empfinden, fühlten sie sich im Jahr 2014 den Anforderungen mehr gewachsen als in den Jahren 2000 bis 2006. Die Tendenz zur Selbstüberforderung ist zudem deutlich zurückgegangen und Erholungsphasen werden deutlich weniger vernachlässigt als früher.
An der Erhebung haben 734 Personen von 31 Schulen im Land teilgenommen. Neben Lehrkräften zählten Erzieherinnen und Erzieher mit sonderpädagogischen Aufgaben (PmsA), Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Beschäftigte aus dem Verwaltungs- und Leitungsbereich von Schulen dazu.
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