Bayern

Lehrermangel darf keine Dauerbaustelle werden

Als böses Signal hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, die Einstellungspolitik an bayerischen Gymnasien bezeichnet.

14.01.2011 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Nach Informationen des BLLV wurde Referendaren in diesen Tagen mitgeteilt, ob sie eine Stelle bekommen oder nicht. Rund 800 Bewerbern stehen lediglich 250 Stellen gegenüber. Angeblich droht im Herbst sogar eine Nulleinstellung, weil weniger Lehrkräfte in Pension gehen als Stellen durch den Rückgang der Schülerzahlen und den Wegfall der K13 frei werden. "Obwohl der Lehrermangel an den Gymnasien für Schüler und Lehrer mehr und mehr zur Zumutung wird, werden jetzt auch noch hunderte junge Lehrkräfte vor die Tür gesetzt", kritisierte Wenzel. Damit treffe es wie bei der Kürzung der Eingangsbesoldung wieder einmal die Schwächsten. Er forderte den Bayerischen Landtag auf, den Lehrermangel an bayerischen Schulen zu beheben und die Kürzung der Eingangsbesoldung abzulehnen.

Druck und Belastung am achtjährigen Gymnasium sind unverändert hoch. Hinzu kommen die massiven personellen Engpässe, vor allen in den Fächern Mathematik und Latein. Sie führen dazu, dass der Unterricht häufig nicht ordnungsgemäß abgehalten werden kann. Wenzel: "Den Schulen fehlt Planungssicherheit".

Der BLLV-Präsident monierte, dass die Probleme, mit denen sich bayerische Gymnasien seit langem konfrontiert sehen, zwar von der Staatsregierung thematisiert würden, wirkliche tragfähige und umsetzbare Lösungen jedoch ausblieben.

Die Konflikte beginnen bereits in den fünften Jahrgangsstufen: zu große Klassen, eine zunehmend schwierigere Schülerklientel und eine Lehrerschaft, die darauf nur wenig vorbereitet wird. Wenzel: "Ich vermisse eine Antwort auf die großen Herausforderungen, vor denen das Gymnasium steht: Dazu gehören die explodierenden Schülerzahlen, die veränderten Sozialisationsbedingungen, die Diskrepanz zwischen alten Organisationsstrukturen, überfrachteten Lerninhalten und modernen Unterrichtsmethoden sowie die schlechten Arbeitsbedingungen."


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