Hamburg

Lehrerrekord zum neuen Schuljahr

Zum 1. August 2013 werden den staatlichen allgemeinen und berufsbildenden Schulen 15.245 (2010: 14.159) Lehrerstellen zugewiesen, soviel wie noch nie.

02.08.2013 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Auch die Zahl der weiteren pädagogischen Stellen erreicht mit 1.596 (2010: 1.294) einen Rekordstand. Rechnerisch haben die allgemeinen Schulen auf 11,7 Schüler einen Pädagogen (2010: 12,6:1), auch das ein Rekord. Der Personalzuwachs von 7,7 Prozent seit 2010 kommt vor allem dem Ausbau der Ganztagsschulen, der Verbesserung der Inklusion, der Förderung des Übergangs Schule-Beruf sowie der Verkleinerung der Schulklassen zugute. Schulsenator Ties Rabe: "Bildung ist ein klarer Schwerpunkt der Senatspolitik. Deshalb haben wir die Zahl der Lehrkräfte und Pädagogen deutlich erhöht. Es gab noch nie so viele Stellen für Lehrkräfte und Pädagogen an Hamburgs Schulen. Hamburgs Schulen sind damit auch im bundesweiten Vergleich am besten ausgestattet."

Vor allem die Grund- und Stadtteilschulen haben von der Personalaufstockung profitiert. An den Grundschulen sinkt das Zahlenverhältnis zwischen Schülern und Pädagogen von 13,4:1 (2010) auf 11,8:1 (2013), an den Stadtteilschulen von 12,4:1 (2010) auf 11,1:1 (2013). Im Vergleich zum Schuljahr 2010 ist das – bezogen auf dieselbe Schülerzahl - ein Personalzuwachs von 13 Prozent an den Grundschulen und 11,5 Prozent an den Stadtteilschulen.

Senator Rabe: "Wenn heute noch die Personalzuweisung aus dem Jahr 2010 gelten würde, hätten Hamburgs allgemeine Schulen rund 750 Lehrkräfte und rund 270 sonstige pädagogische Kräfte weniger."

Insgesamt werden im kommenden Schuljahr rund 1.100 Lehrkräfte eingestellt, davon 583 bereits zum 1. August 2013. Aufgrund des Personalzuwachses und vieler Pensionierungen werden damit im vierten Jahr in Folge mehr als 1.000 Lehrkräfte eingestellt. Hamburgs Lehrerschaft wird dadurch immer jünger: Das Durchschnittsalter sinkt auf 45,33 Jahre, den geringsten Wert seit den 90er Jahren. Gleichzeitig bleiben Lehrkräfte länger im Dienst, das Durchschnittsalter bei der altersbedingten Pensionierung steigt im Jahr 2012 auf 63,56 Jahre. Ties Rabe: "Das sind erfreuliche Zahlen, die zeigen, dass Hamburgs Schulen gut aufgestellt sind."

Zwei neue Stadtteilschulen, weniger Sonderschulen

Im neuen Schuljahr 2013/14 gibt es insgesamt 479 Schulen, davon 384 staatliche Schulen und 95 nicht staatliche Ersatzschulen.

Staatliche Sonderschulen

Die größten Veränderungen gab es bei den 37 Sonderschulen. Während die 13 speziellen Sonderschulen unverändert fortbestehen, wurden die 24 Sprachheil- und Förderschulen aufgrund des durch die Inklusion eingetretenen Schülerrückgangs zu 13 neuen Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) zusammengeführt. Diese 13 neuen Zentren setzen die bisherigen Angebote der Förder- und Sprachheilschulen fort und sichern trotz des Schülerrückgangs ein gutes Schulangebot für das Wahlrecht der Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

In die neuen ReBBZ wurden gleichzeitig die 14 ehemaligen Regionalen Beratungs- und Unterstützungsstellen (REBUS) eingebunden. Neben dem schulischen Teil führen sie als Beratungsabteilungen der ReBBZ die Angebote der bisherigen REBUS-Dienststellen fort und bieten Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und andere Personen sowie Einrichtungen, die mit Schulschwierigkeiten befasst sind, Beratung und Unterstützung bei allen schulischen Problemlagen an. Die allgemeinen Schulen können in den ReBBZ Hilfe und Beratung beim Umgang und der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhalten.

Staatliche Stadtteilschulen

Zwei Stadtteilschul-Zweigstellen wurden aufgrund guter Anmeldezahlen und guter Arbeit in eigenständige staatliche Stadtteilschulen überführt:

Die Stadtteilschule Humboldtstraße (Uhlenhorst) war bislang Zweigstelle der Heinrich-Hertz-Stadtteilschule (Winterhude) und hat auf Anhieb ausreichende Anmeldungen für vier eigene Parallelklassen erhalten. Diese rasche und positive Entwicklung wird durch die Neuerrichtung gefördert.

Die Stadtteilschule Maretstraße (Harburg), bislang Zweigstelle der Stadtteilschule Goethe-Schule Harburg, wurde aufgrund der positiven Entwicklung des Schulangebots mit der Grundschule Maretstraße zu einer eigenständigen Stadteilschule Maretstraße in Langform weiterentwickelt. Die Attraktivität des Standortes begründet sich vor allem durch das besondere pädagogische Profil, außerdem durch den Schulneubau, der Teil eines Bürger- und Gemeinschaftszentrums mit Jugendhaus ist. Die Anmeldezahlen der Klasse 5 Schuljahre 2012/13 und 2013/14 belegen die Attraktivitätssteigerung der jetzt vierzügigen Schule. Darüber hinaus wurden sowohl zum Schuljahr 2012/13 als auch zum Schuljahr 2013/14 jeweils zwei siebte Klassen eingerichtet.

Staatliche Grundschulen

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es eine (eigenständige) staatliche Grundschule weniger (da die Grundschule Maretstraße nun Teil der neu gegründeten Stadtteilschule Maretstraße ist).

Anstieg der Schülerzahl an den staatlichen allgemeinen Schulen

Im Vergleich zum Vorjahr rechnet die Schulbehörde mit einem Anstieg der Schülerzahl an den staatlichen allgemeinen Schulen um +1.600 von 164.700 auf 166.300 sowie mit einem leichten Schülerrückgang an den staatlichen beruflichen Schulen von 54.700 auf 54.600. Die Schülerzahl der Privatschulen bleibt nach der Prognose konstant.

Aufgrund von Jahrgangsschwankungen steigt die Zahl der Erstklässler voraussichtlich von 13.000 (2012) auf 13.500 (2013), weitere 2.000 Kinder werden die Klassenstufe 1 der Privatschulen besuchen (Vorjahr 2000).

Die Zahl der Fünftklässler wird von rund 13.000 (2012) auf 12.500 (2013) sinken. Nach Stand der Organisationskonferenzen am 9. April bleiben die Anteil von Stadteilschule und Gymnasium stabil: Demnach werden 5.946 Schülerinnen und Schüler in die 5. Klassen der Stadteilschule eingeschult (Vorjahr 6.046), 6.528 Schülerinnen und Schüler werden in die 5. Klasse des Gymnasiums eingeschult (Vorjahr 6.733).

Ein Anstieg ist dagegen im Vorschulbereich zu erwarten. Hier liegen 8.400 Anmeldungen vor, das wären 20 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler als im letzten Jahr (7.000). Allerdings liegt die Anmeldezahl bei den Vorschulklassen in der Regel erheblich über der tatsächlichen Schülerzahl. Auch im letzten Schuljahr hatten sich 8.100 Kinder angemeldet, gekommen sind dann letztlich nur 7.000.

Wie in den Vorjahren veröffentlicht die Schulbehörde für die Schülerzahl des kommenden Schuljahres lediglich Planungszahlen, die auf der Anmelderunde aus dem Frühjahr basieren. Aufgrund von Umzügen und Umentscheidungen der Sorgeberechtigten können die tatsächlichen Schülerzahlen des kommenden Schuljahres davon abweichen. Der exakte Schülerbestand wird daher erst nach der Einschulung im Rahmen der Schuljahresstatistik im September genau erfasst.

Kleine Klassen

Im Schuljahr 2013/14 beträgt die durchschnittliche Klassenfrequenz an Grundschulen 1. Klasse 20,9 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr 20,8), an den Stadtteilschulen 5. Klasse 21,9 (2012: 21,5) und an den Gymnasien 5. Klasse 26,8 (Vorjahr 27,2).

Kleinste Hamburger Schulen

Die kleinsten Hamburger Schulen (nach Schülerzahl, ohne Sonderschulen) werden im Schuljahr 2013/14 die Grundschulen Schule Cranz (80 Schüler/innen), die Schule Neuland (99) und die Schule Altengamme-Deich (104) sein.

Größte Hamburger Schulen

Die größten Hamburger Schulen sind im kommenden Schuljahr die Stadtteilschulen Goethe-Schule Harburg (1.607 Schüler/innen, nach Ausgliederung des Standortes Maretstraße), die Julius Leber-Schule (Eimsbüttel, 1.585 Schüler/innen) und die Gyula Trebitsch-Schule Tonndorf (1.495). Es folgt die Heinrich Hertz-Schule (Winterhude) mit 1.406 Schüler/innen, deren Standort Humboldtstraße aber mit Beginn dieses Schuljahres und 213 Schüler/innen eigenständige Stadtteilschule wurde.

Die größten Hamburger Gymnasien sind das Gymnasium Grootmoor (Bramfeld, 1.286 Schüler/innen), das Gymnasium Ohmoor (Niendorf, 1.181) und das Gymnasium Lohbrügge (1.148).

Weitere wesentliche Neuerungen im neuen Schuljahr 2013/14 sind:

Veränderte Abiturprüfungen 2014

Im Schuljahr 2013/2014 werden wesentliche Veränderungen im Prüfungsablauf wirksam. Die schriftlichen Abiturprüfungen finden im kommenden Schuljahr erstmalig am Ende des vierten Semesters vom 23. April bis zum 16. Mai 2014 und nicht mehr wie bisher am Anfang des vierten Semesters statt. Dadurch bleibt vor den Abiturprüfungen mehr Zeit für den Unterricht und die Prüfungsvorbereitung. Hamburg passt sich damit der Praxis in den übrigen Bundesländern an.

Um das Abitur vergleichbarer zu gestalten und zwischen den unterschiedlichen Schulformen sowie den unterschiedlichen Schulen anzugleichen, werden ab dem kommenden Schuljahr die Schülerinnen und Schüler aller Gymnasien, Stadtteilschulen, Abendgymnasien und beruflichen Gymnasien erstmalig zentral gestellte Prüfungsaufgaben in fast allen Fächern bearbeiten. Nur noch in den vorwiegend praktisch ausgerichteten Fächern wie Musik, Bildende Kunst und Theater und einigen wenigen Fächern mit nur einer sehr geringen Zahl von Prüflingen werden dezentral Aufgaben für die schriftlichen Prüfungen von den Schulen ausgearbeitet. Diese Aufgabenvorschläge der Schulen werden in der Schulbehörde geprüft und einzeln genehmigt.

Um das Abitur bundesweit anzugleichen, haben sich die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Sachsen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg auf gemeinsame Aufgabenteile in den Prüfungsfächern Deutsch, Mathematik und Englisch in den schriftlichen Abiturprüfungen auf erhöhtem Anforderungsniveau verständigt. Die Abiturienten schreiben deshalb in allen sechs Ländern am selben Tag ihre Abitur-Klausuren (Deutsch: 6. Mai 2014, Englisch: 9. Mai, Mathematik 13. Mai 2014). Musteraufgaben zur Vorbereitung auf die länderübergreifenden Abituraufgaben stehen den Schulen seit April 2012 zur Verfügung. Im Fach Deutsch wird die Erörterung eines pragmatischen Textes, in Englisch eine Mediationsaufgabe und in Mathematik ein hilfsmittelfrei zu bearbeitender Aufgabenteil länderübergreifend Element der Abiturprüfungen sein. Die Schülerinnen und Schülern des Abiturjahrgangs werden am 27. September 2013 (Deutsch), 5. November 2013 (Englisch) und am 11. Dezember 2013 (Mathematik) zur Übung der Aufgabenformate eine verbindliche länderübergreifende Klausur schreiben.

Programm zur Förderung von Schulen in sozial schwieriger Lage

Im Schuljahr 2013/14 werden erstmals 23 Schulen mit sozial stark benachteiligter Schülerschaft gezielt gefördert. Das auf vier Jahre angelegte Programm umfasst zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung, besseren Personalausstattung und Weiterentwicklung der schulischen Angebote. Maßstab für die Auswahl der 23 allgemeinen Schulen waren wissenschaftlich erhobene Sozialdaten der Schülerschaft. Für das Unterstützungsprogramm sollen in den nächsten vier Jahren acht bis zehn Millionen Euro sowie erhebliche Mittel aus dem Schulbauprogramm bereitgestellt werden. Ein Teil der nötigen Lehrerstellen soll von weniger belasteten Schulen über einen Solidaritätsbeitrag von 0,3 Prozent ihrer Personalzuweisung finanziert werden, alle anderen Teile durch Umschichtungen aus dem Schuletat.

Die Vorschläge zielen auf eine umfassende Weiterentwicklung der Schulen und sollen in den nächsten Wochen von einer Arbeitsgruppe zu konkreten Maßnahmen weiterentwickelt werden. Aufgrund sehr unterschiedlicher Voraussetzungen an den einzelnen Schulen soll zugleich unter Beteiligung der Schulleitungen geprüft werden, welche Maßnahmen jeweils an den einzelnen Schulen umgesetzt werden können. Parallel werden Maßnahmen zur Evaluation und Erfolgskriterien erarbeitet. Ab dem Schuljahr 2013/14 soll dann die Umsetzung beginnen. Das Programm ist auf vier Jahre befristet.

Unter anderem erhalten die Schulen mehr Personal für die pädagogische Arbeit und die Weiterentwicklung der Schul- und Unterrichtskonzepte, zugleich werden Unterstützungsmaßnahmen durch die Behörde und die angegliederten Institute sowie durch Stiftungen auf den Weg gebracht. Darüber hinaus sollen Unterrichtsinhalte angepasst und ein zusätzliches Lernjahr ermöglicht werden. Die Zusammenarbeit mit den Eltern soll gestärkt werden u.a. indem Eltern zu Elternlotsen ausgebildet werden.

Neuer Sozialindex zur genaueren Lehrerausstattung

Um die Schulen bedarfsgerechter mit Personal auszustatten, hat die Schulbehörde den Sozialindex (vormals sog. "KESS-Index") der allgemeinen Schulen im letzten Schuljahr wissenschaftlich überprüfen und neu justieren lassen. Der Sozialindex bildet die soziale Lage der Schülerschaft jeder Schule auf einer sechsstufigen Skala von 1 (stark belastete soziale Lage) bis 6 (bevorzugte soziale Lage) ab. Je nach Einstufung werden einer Schule unterschiedlich viele Lehrkräfte für kleinere Klassen, sprachliche und sonderpädagogische Förderung zugewiesen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) haben im Rahmen der Überprüfung Schülerinnen und Schüler sowie Eltern jeder Schule befragt und die Sozialdaten der Wohngebiete aller Schülerinnen und Schüler einer Schule herangezogen. Die bisherigen Sozialindizes entsprachen aufgrund veränderter gesellschaftlicher Entwicklungen und Veränderung der Schulstruktur nicht mehr der Wirklichkeit.

Im Ergebnis hat sich die soziale Lage der Schülerschaft im Vergleich zu den Erhebungen von 2003 und 2005 an Grundschulen und Gymnasien etwas verbessert, an Stadtteilschulen etwas verschlechtert. Die Konsequenzen hinsichtlich der Stellenausstattung der Schulen werden in den kommenden Schuljahren aufwachsend umgesetzt. 41 Grundschulen und 19 Stadtteilschulen bekommen künftig etwas mehr Personal zugewiesen, 56 Grundschulen und 10 Stadtteilschulen etwas weniger.

Schulinspektionsergebnisse werden erstmals veröffentlicht

Im März 2013 hat der zweite Zyklus der Schulinspektion begonnen. Die Schulinspektion setzt dabei den Schwerpunkt deutlich auf die Bereiche Unterricht und Qualitätsentwicklung. Außerdem berücksichtigt die Schulinspektion nun auch die Ergebnisdaten zu Abschlüssen und Bildungslaufbahnen. Darüber hinaus werden die Bereiche Inklusion und Ganztag im Inspektionsverfahren stärker berücksichtigt. Künftig sollen die Instrumente und das Verfahren noch präziser auf diese Themen abgestimmt werden. Auch das Verfahren und die Instrumente zur Inspektion der beruflichen Schulen und der speziellen Sonderschulen befinden sich im Prozess der Überarbeitung.

Neu ist die Veröffentlichung der Inspektionsergebnisse: Die Zusammenfassung der wesentlichen Stärken und Schwächen der Schule wird nach einem einheitlichen Verfahren im Internet fortlaufend veröffentlicht unter www.hamburg.de/grundschulen bzw. www.hamburg.de/weiterfuehrende-schulen.

Neues Konzept zur Berufsorientierung

Nur ein Viertel der Schulabgänger bis Klasse 10 findet direkt nach dem Schulabschluss einen Ausbildungsplatz. Um den Übergang von der Schule in Beruf und Studium zu verbessern, ist die Berufsorientierung als schulisches Angebot der Stadtteilschulen in den Klassenstufen 8-10 neu geordnet worden. In Klasse 8 sollen die Schülerinnen und Schüler im Lernbereich Arbeit und Beruf, der nach der Kontingentstundentafel wöchentlich im Umfang von rund zwei Unterrichtsstunden erteilt wird, sowie in Projekten oder anderen Lernzeiten, künftig ihre berufsbezogenen Interessen, Stärken und Kompetenzen klären, Bewerbungsverfahren kennenlernen, sich über Berufsfelder informieren und sich auf die Praxiserfahrungen vorbereiten. In Klasse 9 nehmen alle Schülerinnen und Schüler verbindlich an zwei beruflichen Praktika teil. In Klassenstufe 10 wird im Rahmen passgenauer Unterrichtsmodule das Gelernte vertieft und gezielt auf den Schulabschluss und den Übergang in die weitere Ausbildung hingearbeitet. Das Konzept soll ab dem Schuljahr 2013/14 an den Stadtteilschulen erprobt und zum Schuljahr 2014/15 verbindlich umgesetzt werden.

Verlängerung des Schulversuchs "alleskönner"

Der Schulversuch alleskönner wird für drei Jahren verlängert. In den ersten fünf Jahren des Schulversuchs stand die Weiterentwicklung des kompetenzorientierten Unterrichts im Vordergrund. Darauf aufbauend kann sich der Schulversuch nun schwerpunktmäßig der Weiterentwicklung der kompetenzorientierten Leistungsrückmeldung und insbesondere der Zeugnisformate widmen. Parallel dazu werden fachspezifisch zusammengesetzte Arbeitsgruppen Standards dafür erarbeiten, über welche fachlichen Kompetenzen die Zeugnisse der Jahrgangsstufen 2 bis 7 im jeweiligen Fach Auskunft geben müssen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Zeugnisformate aller Schulversuchsschulen hinsichtlich der in ihnen vorgenommenen fachlichen Rückmeldungen vergleichbar sind

Mehr Fachunterricht in der Stadtteilschule

Der Fachunterricht in der Stadtteilschule soll vom kommenden Schuljahr an gestärkt werden. Deshalb sollen an der Stadtteilschule die bewährten Unterrichtsfächer Biologie, Chemie, Physik sowie Informatik und Technik den bisherigen "Lernbereich Naturwissenschaft" ersetzen. Auch der bisherige "Lernbereich Gesellschaftswissenschaften" wird in die Fächer Geographie, Geschichte und Politik / Gesellschaft / Wirtschaft aufgegliedert. Diese Neuerungen gelten für Stadtteilschulen und treten am 1. August 2013 in Kraft.

Mit der Änderung der Stundentafel und der Aufgliederung der Lernbereiche wird es Stadtteilschulen möglich, mit Blick auf die Abschlüsse (Erster Schulabschluss, Mittlerer Schulabschluss, Abitur) stärker fachorientiert zu unterrichten und mehr Transparenz bei der Notengebung zu erreichen. Mit der Änderung wird die fachliche Bildung an der Stadtteilschule stärker akzentuiert und in den Zeugnissen wieder mehr Klarheit über die einzelnen fachlichen Leistungen hergestellt.

Das Schuljahr 2013/2014 wird ein Übergangsschuljahr zur Umstellung der derzeitigen Praxis sein. Die Stadtteilschulen können den Unterricht bereits in Fächern oder noch in Lernbereichen anbieten. Zugleich bleibt es weiterhin möglich, die Fächer wie bisher zu Lernbereichen zusammenzufassen; hierzu ist dann ein Schulkonferenzbeschluss erforderlich.

Fit durch die Schule – 17 Schulen starten mit Projekt zur Bewegungsförderung

Gute Ideen für mehr Sport an der Schule werden belohnt. Für dieses Ziel haben sich die Schulbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und die AOK Rheinland/Hamburg zusammengeschlossen und die Initiative "Fit durch die Schule" initiiert. Insgesamt 17 Schulen starten zum Schuljahr 2013/14 mit ihrem Projekt zur außerunterrichtlichen Bewegungsförderung. Ziel der meist auf zwei Jahre angelegten Projekte ist es, Schülerinnen und Schüler durch den Spaß an der Bewegung zu motivieren, regelmäßig Sport zu treiben. So soll der Sport zum positiven Begleiter in ihrem Alltag werden.

In Hamburg haben seit 2009 etwa 50 Schulen mit 60 Projekten an der Initiative teilgenommen, weitere 17 starten nun zum 1. August 2013. Die Angebote sind vielschichtig: Schülerinnen und Schüler werden zu Sportassistentinnen und -assistenten ausgebildet, Kinder erhalten ein vielseitiges Lauftraining, Jungen tanzen Capoeira, ein Balancetraining als Voraussetzung zum sicheren Radfahren wird angeboten. Die AOK Rheinland/Hamburg fördert diese Projekte mit bis zu 5.000 Euro.

"Weltlehrer"

Die Abteilung Ausbildung des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung begrüßt erstmals Lehrkräfte, die in anderen Ländern einen vollwertigen Lehramtsabschluss erworben haben. Diese 18 Lehrkräfte werden berufsbegleitend auf ihren Einsatz im Hamburger Schulwesen vorbereitet. Alle 18 Lehrkräfte haben sich bereits einem sorgfältigen Prüfverfahren einschließlich der Überprüfung ihrer sprachlichen Eignung unterzogen.

Hamburg betritt mit der rechtlichen Anerkennung von Lehrkräften aus der ganzen Welt bundesweit neues Terrain. Die Abteilung Ausbildung hat diesen neuen Lehrkräften den Namen ´Weltlehrer` gegeben. Den rechtlichen Rahmen für die Anerkennung von Berufsqualifikationen, die in anderen Ländern erworben wurden, bilden neue Gesetze auf EU-, Bundes- und Landesebene.

Die rechtliche Grundlage in Hamburg ist das Hamburgische Gesetz über die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen mit dem Hamburgischen Berufsqualifikations-feststellungsgesetz und speziellen Regelungen für Lehrkräfte, das bereits zum 1. August 2012 in Kraft getreten ist, sowie die daran anknüpfende Rechtsverordnung für die Anerkennung ausländischer Lehramtsbefähigungen (HmbBQFG-VO-Lehramt), die am 4. Juni 2013 vom Senat beschlossen wurde.


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