Lehrerverband fordert mehr Deutschunterricht

(bikl) Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat dafür plädiert, den Deutschunterricht an den Schulen zu stärken und seine Inhalte zu überdenken.

25.04.2007 Artikel

Angesichts einer Studie über schlechte Deutschkenntnisse bei Germanistikstudenten (bildungsklick.de berichtete darüber) forderte Kraus einen anspruchsvollen Deutschunterricht mit mindestens fünf Wochenstunden in jeder Schulform und jeder Jahrgangsstufe "Das muss uns die Muttersprache wert sein", betonte der Präsident des Lehrerverbands am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Deutsch fördere außerdem die Leistungen in anderen Fächern. Kraus verwies dabei auf Ergebnisse der PISA-Studie, wonach es einen Zusammenhang zwischen der Lesefähigkeit und den Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften gebe. Kraus forderte außerdem, im Deutschunterricht mehr Wert auf die formalen und analytischen Sprachqualifikationen zu legen. "Eigentlich wäre ein gewisses Zurück zu klassischen Methoden und Inhalten des Deutschunterrichts sinnvoll", gab er zu bedenken.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der auch Rektor eines bayerischen Gymnasiums ist, führte die mangelhaften Grammatikkenntnisse der Schüler darauf zurück, dass der Deutschunterricht in den vergangenen Jahren "heruntergefahren" worden sei. Dazu käme eine "Erleichterungspädagogik", die Grammatik- und Rechtschreibfehler geringer gewichte als früher, sowie das Abfragen von Kenntnissen mittels Lückentexten und Multiple-Choice-Tests.

Ein weiterer Grund seien auch Sparbemühungen, da bei einer reduzierten Stundenzahl auch weniger Lehrer benötigt würden. Außerdem führte Kraus "die fatale Entwicklung" der Verkürzung des Gymnasiums um ein Jahr an. "Das bedeutet natürlich auch, dass man irgendwo zusammenstauchen muss", erklärte er in dem Interview.


Weiterführende Links

  • Das Interview im mp3-Format (nur für begrenzte Zeit abrufbar)

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