Leseforscher fordert anderen Deutschunterricht

(bikl) Um den Jugendlichen nicht den Spaß an der Literatur zu nehmen sollte ein Teil des Unterrichts nicht benotet werden, forderte jetzt der Leseforscher der Stiftung Lesen, Bodo Franzmann, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp.

19.03.2007 Artikel

Kein Jugendlicher lese ein Buch in der Schule mit Spaß und Entspannung, wenn er wisse, dass er anschließend darüber abgefragt werde, so Franzmann weiter. Um die Lesefähigkeit aber zu verbessern, komme es entscheidend darauf an, bei den Kindern und Jugendlichen den Spaß am Lesen zu fördern.

Franzmann forderte außerdem, die Schüler an der Auswahl der Unterrichtslektüre zu beteiligen. Damit habe auch das Gewinnerland der PISA-Studie, Finnland, sehr gute Erfahrungen gemacht. Untersuchungen zeigten, dass Lehrer und Schüler völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, welche Bücher gelesen werden sollten. Und wenn ein Jugendbuch wie "Rolltreppe abwärts" seit mehr als 20 Jahren auf den Lehrplänen stehe, dann laufe etwas schief, lautet Franzmanns Kritik. Außerdem sollten sich die Schulen von der Vorstellung verabschieden, dass nur das Lesen von Büchern sinnvoll sei. Mit Magazin-Texten könnten gerade die Jungen zum Lesen gebracht werden.

Auch sollten die Schüler an der Auswahl der Unterrichtslektüre beteiligt werden, forderte Franzmann. Das Gewinnerland der PISA-Studie, Finnland, habe damit sehr gute Erfahrungen. Untersuchungen zeigten nämlich dass Lehrer und Schüler völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, welche Bücher gelesen werden sollten. Laut einer Studie der "Stiftung Lesen" meinen die Lehrer zwar, dass die Vermittlung von Lesefreunde im Unterricht an erster Stelle stehen sollte, mehr als die Hälfte der Schüler erklärt hingegen, dass sie Schultexte nie freiwillig läsen. Drei Viertel der Mädchen und Jungen gaben an, noch nie einer Buchempfehlung ihres Lehrers gefolgt zu sein.

Pressebox Stiftung Lesen


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