Licht und Schatten am Arbeitsmarkt für Lehrkräfte
Mit der heute veröffentlichten Staatsnote können viele junge Lehramtsanwärter gut leben. Leider endet damit aber auch für zahlreiche Absolventen vorerst der erhoffte Einstieg ins Berufsleben.
20.07.2012 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V."Die heute veröffentlichte Staatsnote hat für uns als Vertreter der bayerischen Junglehrer Licht- und Schattenseiten", erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Junglehrer (ABJ) im BLLV Evelyn Westphal.
Stehen die Chancen, als Mittel- oder Förderschullehrer im kommenden Schuljahr eine Planstelle zu bekommen, diesmal gut, müssen sich im Bereich der Grundschulen - wie schon in den Vorjahren – viele Junglehrer mit einem Platz auf der Warteliste abfinden. "Nach mindestens fünf Jahren Ausbildung ist das natürlich eine ernüchternde Situation", so Westphal weiter. Und das, obwohl gerade hier eine intensive Förderung der heterogenen Schülerschaft wichtig wäre, um allen Kindern bestmögliche Startchancen zu ermöglichen. Das Kultusministerium wird nicht müde, individuelle Förderung, die Umsetzung der Inklusion und den Ausbau des Ganztagsbetriebes an den Schulen als ihre angestrebten Ziele zu verkünden. Ohne eine entsprechende personelle Ausstattung der Schulen seien diese Aufgaben jedoch nicht zu stemmen, stellt die ABJ-Vorsitzende fest. Mit der Absenkung der Eingangsbesoldung hätten die Junglehrer ihren Beitrag zur Konsolidierung des Haushaltes geleistet. Nun heißt es, in die Zukunft zu investieren.
Trotz der nach langem Kampf gemeinsam mit dem BLLV erreichten zusätzlichen 1082 Stellen müssen so bestens ausgebildete Lehrer ab September auf einen zeitlich befristeten Vertrag hoffen. Auch die Arbeitszeitrücknahme, die insgesamt 555 neue Stellen ermöglicht, wird dies nicht verhindern können. Bedenkenswert ist die Tatsache, dass immer wieder Bewerber von der Warteliste fallen, da ein Verbleib hier auf fünf Jahre begrenzt ist und diese dann dem Staat nie mehr zur Verfügung stehen.
Bei den Fachlehrern sieht die Situation ebenfalls zwiespältig aus: Während im Bereich musisch/technisch Kräfte fehlen, werden etliche Lehrer für Ernährung und Gestaltung auch in eine ungewisse Zukunft gehen.
Die Noten für Realschule und Gymnasium werden erst im August bekannt gegeben. Hier hängen die Chancen auf eine Planstelle von der jeweiligen Fächerkombination ab.
In der ABJ sind derzeit rund 12 000 junge Lehrerinnen und Lehrer organisiert. Sie gehört dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) an.
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