Saarland

"Mehr individuelle Förderung, mehr Bildungsgerechtigkeit und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf"

Im Saarland gibt es derzeit fünf gebundene Ganztagsschulen. Ziel der saarländischen Landesregierung ist es, das Angebot an gebundenen Ganztagsschulen schrittweise auszubauen.

06.10.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Heute Mittag (06.10.2010) hat Bildungsminister Klaus Kessler in Saarbrücken ein Eckpunktepapier vorgestellt, auf dessen Grundlage der Ausbau erfolgen soll. Das Papier informiert interessierte Schulen und Schulträger über die personellen, pädagogischen und räumlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung gebundener Ganztagsschulen.

"Der Ausbau von gebundenen Ganztagsschulen ist ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung des saarländischen Bildungswesens hin zu mehr individueller Förderung, mehr Bildungsgerechtigkeit und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit dem vorgelegten Eckpunktepapier antwortet die saarländische Landesregierung auf die gesellschaftspolitischen und pädagogischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts", hob Kessler hervor.

Laut Kessler stellt die Wahlfreiheit für Eltern und Schüler zwischen Halbtags- und Ganztagsangeboten ein zentrales Prinzip bei der Errichtung neuer gebundener Ganztagsschulen dar. Zudem setze er beim Aufbau einer gebundenen Ganztagsschule auch im Lehrerkollegium auf Freiwilligkeit. "Die Zustimmung einer deutlichen Mehrheit der Gesamtkonferenz ist Grundvoraussetzung dafür, dass ein Schulträger beim Bildungsministerium die Errichtung einer gebundenen Ganztagsschule beantragen kann", hielt Kessler fest.

Das Eckpunktepapier sieht vor, dass an Ganztagsschulen alle Schülerinnen und Schüler an vier Tagen in der Woche mindestens bis 16:00 Uhr verpflichtend anwesend sind, wobei die verpflichtende Anwesenheit achteinhalb Zeitstunden nicht überschreiten darf. Dieser Zeitgewinn ermöglicht ein Aufbrechen der an Halbtagsschulen üblichen Zeitstruktur. So kann zum Beispiel der 45-Minuten-Takt aufgelöst werden, um das Arbeiten in größeren Zeitblöcken zu ermöglichen.

Die Rhythmisierung des Tagesablaufs ermöglicht zudem einen Wechsel von Phasen der Anspannung (Lernphasen, Übungs- und Hausaufgabenphasen, feststehende Angebote) mit Phasen der Entspannung (Spiel- und Bewegungspausen, offene Angebote, ungebundene Freizeit). Die ungebundene Freizeit soll an den Tagen mit Ganztagsbetrieb zusammen mit der Mittagspause 60 bis 90 Minuten dauern.

Um an den gebundenen Ganztagsschulen eine qualitativ hochwertige Bildung und Betreuung zu gewährleisten, werden die Schulen mit zusätzlichen Lehrerstunden und weiterem pädagogischen Fachpersonal ausgestattet.

Laut Eckpunktepapier muss an gebundenen Ganztagsschulen ein warmes Mittagessen angeboten werden. Dieses muss die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erfüllen.

Bei der Errichtung einer gebundenen Ganztagsschule sollen die zur Verfügung stehenden Räume den Bildungs-, Freizeit- und Betätigungsbedürfnissen der Kinder und Jugendlichen, aber auch den Bedürfnissen des Personals gerecht werden. Gebundene Ganztagsschulen sollen gemäß Eckpunktepapier unter anderem über Unterrichtsräume, Verpflegungsräume, Ruhe und Rückzugsbereiche, Bereiche für Bewegung, Sport und kulturelle Betätigungen sowie über Wirtschaftsräume und Räume für Personal und Verwaltung verfügen. Darüber hinaus soll die Außenlage für vielfältige Aktivitäten geeignet und an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet sein.

Weiterführende Informationen zum Eckpunktepapier sind im Internet zu finden unter: www.gemeinsam-bilden.de/


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