Minister Tesch: Bündnis für die Gesundheit
Das Bildungsministerium hat gemeinsam mit dem Sozialministerium und weiteren fünf Partnern (AOK-Nordost - die Gesundheitskasse, BARMER GEK, Techniker Krankenkasse/Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Unfallkasse Mecklenburg-Vorpommern und Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Mecklenburg-Vorpommern) das Landesprogramm "Anschub.de - für eine gute gesunde Schule" aufgelegt.
07.06.2011 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernDamit ist das Modellprojekt, dem sich seit 2004 63 Schulen des Landes angeschlossen haben, in ein ständiges Landesprogramm überführt worden. Eine entsprechende Rahmenvereinbarung regelt die Kooperation und Zusammenarbeit der Vertragspartner.
Bildungsminister Henry Tesch: "Damit haben wir ein breites Bündnis für "Anschub.de" geschaffen, das es uns ermöglicht, Gesundheitsprävention in den Schulen weiter voranzubringen. Wir wollen gemeinsam die Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zu einem gesunden Lebensstil unterstützen. Jede Schule kann dabei mitmachen!"
Friedrich Wilhelm Bluschke, Vorstandsmitglied der AOK-Nordost, als Vertreter der Vertragspartner der Krankenkassen sagte: "Die Palette der Themen, mit denen sich die Anschub-Schulen auseinandersetzen, ist sehr vielfältig und reicht von Gesundheit und Ernährung über Teamentwicklung, Konflikt- und Stressbewältigung bis hin zu Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte und Eltern. Hier wollen wir gemeinsam weiter machen."
Das Landesprogramm stützt sich im Kern auf die Erfahrungen, die im Rahmen des Modellprojektes "Anschub.de" in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern gewonnen wurden.
Ziel ist es, die gesundheitliche Situation an den Schulen zu verbessern. Dieses Thema soll sich in den Schulprogrammen der Teilnehmerschulen wiederfinden. Dafür analysieren die Schulen zunächst ihre Situation, beschreiben ihre Ziele und leiten Maßnahmen ab, die dann auch auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.
Das Landesprogramm für die gute gesunde Schule wird in ganz Mecklenburg-Vorpommern angeboten und ist zeitlich nicht begrenzt. Die Aufnahme neuer Schulen im Programm wird durch das Bildungsministerium und die Landessteuerungsgruppe entschieden. Vor dem Programmstart werden den Schulen Informationsveranstaltungen angeboten.
Alle Kooperationspartner unterstützen die Schulen dabei mit ihren speziellen Möglichkeiten. So sichert z. B. das Bildungsministerium mit einer halben Personalstelle (das entspricht rund 25.000 Euro jährlich) die kontinuierliche Koordinierung, Begleitung und Beratung der Schulen. Das Sozialministerium wird die neuen Programmschulen für Gesundheitsprojekte mit einem Startgeld finanziell unterstützen und stellt dafür jährlich 8.000 Euro zur Verfügung.
Die Partner-Krankenkassen bieten den Teilnehmerschulen bei konkreten Vorhaben ihre Kenntnisse an, wie z. B. die AOK Nordost für Thementage zur sexuellen Aufklärung, die Techniker Krankenkasse bei einem Programm zur Stressbewältigung, die Unfallkasse bei Schulbegehungen zum Arbeitsschutz oder die BARMER GEK mit einem Programm zur psychischen Gesundheit.
Weiterhin bieten die Kooperationspartner an, zu bestimmten Themen Kontakte herzustellen, z. B. zur Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung (LAKOST), zu den Universitäten, zur Verbraucherzentrale, zur Deutschen Gesellschaft für Ernährung, zu den Gesundheitsämtern und den Kreisgesundheitsbeauftragten oder Schuldnerberatern.
Hintergrund
Weitere Beispiele für Gesundheitserziehung, Ernährungs- und Verbraucherbildung an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern:
- In M-V gilt ein verbindlicher Rahmenplan zur Gesundheitserziehung für die Klassen 1 - 12, mit verstärktem Anteil zur Ernährungs- und Verbraucherbildung
- In M-V gilt die Verwaltungsvorschrift zur Gesundheitserziehung, Sucht- und Drogenprävention (November 2007). M-V hat ein in Deutschland einmaliges Netzwerk von 16 Beratungslehrern, den Kreisgesundheitsbeauftragten an den Staatlichen Schulämtern. Diese Kreisgesundheitsbeauftragten sind Multiplikatoren und Ansprechpartner für die einzelnen Schulen zu Fragen der Gesundheitserziehung, Prävention, Ernährungs- und Verbraucherbildung und sie kümmern sich um Fortbildungen für die Lehrkräfte in ihren Regionen.
- 16 Schulen in M-V erhielten das Zertifikat "Gesunde Schule", weitere Schulen streben das Zertifikat an und befinden sich im Bewerbungsverfahren. Partner dafür sind die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung M-V und die Gesundheitsämter.
- Einrichtung einer Vernetzungsstelle Schulverpflegung in M-V zur Unterstützung und Koordinierung aller an der Schulverpflegung Beteiligten: bietet Möglichkeiten der Fortbildung der Lehrkräfte in Bezug auf Ernährungs- und Verbraucherbildung
- aid-Ernährungsführerschein für Grundschüler (aid-Informationsdienst und Dt. Landfrauenverband e.V.), gestartet in den ausgewählten Schulen aus M-V zum Modellprojekt "Gesunde Schulverpflegung", beinhaltet wesentliche Aspekte zur Ernährungs- und Verbraucherbildung. Der aid-Ernährungsführerschein ist beispielgebend und wird auch von anderen Schulen innerhalb der Ernährungs- und Verbraucherbildung für Grundschüler sehr gut angenommen
- Lions Quest - Angebote für die Schulen im Bereich Gesundheitserziehung, Stressbewältigung, Konfliktmanagement und Ernährungserziehung
- GeKo-Kids: Programm zur Stärkung der Gesundheitskompetenzen bei Kindern in der Schule von der Universität Greifwald in der Greifswalder Region):beinhaltet die Optimierung, Evaluation und Etablierung eines integrativen, modularen Präventionsprogramms für den Regelunterricht der Klassenstufen 5/6. Nach Abschluss des Modells stehen den Schulen seit 2010 fünf Unterrichtsmodule zur Förderung der Gesundheitskompetenz zur Verfügung.
- Schulgesundheitstag/Lehrergesundheitstag. Fortbildungen in Zusammenarbeit mit der Unfallkasse M/V, Krankenkassen, LVG und Universitäten
- Tag der Zahngesundheit (Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege)
- Weißt du, was das ist, was du isst? Aktionsangebote der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern e.V. für Schulen
- Nichtraucherwettbewerb "Be smart- don"t start" für Schüler der 5. bis 8. Klassen, die sich als Klassenverband verpflichten, nicht zu rauchen.
Mehr dazu auch unter www.bildung-mv.de
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