Ministerpräsident Beck kürt Jugend forscht Landessieger 2009
Für den 44. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich 13 junge Wissenschaftler aus Rheinland-Pfalz qualifiziert. Die Landessieger 2009 wurden heute in einer Feierstunde in Anwesenheit von Ministerpräsident Kurt Beck ausgezeichnet. Am Landeswettbewerb, der von der BASF SE in Ludwigshafen ausgerichtet wurde, beteiligten sich 52 Schülerinnen und Schüler mit 40 Forschungsarbeiten.
27.03.2009 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Mit einem neuartigen, schnell verstellbaren Schraubenschlüssel konnten sich Florian Engel (19), Sebastian Schmitz (19) und Sascha Mayer (18) von TRW Automotive in Koblenz im Fachgebiet Arbeitswelt durchsetzen. Eingesetzte Magnete garantieren dabei, dass zum Beispiel Schrauben und Muttern fest an dem Werkzeug haften. Für eine rechtsmedizinische Arbeit erhielt Fabian Schneichel vom Kurfürst-Salentin-Gymnasium in Andernach den ersten Preis im Fachgebiet Biologie. Der 19-jährige Schüler ging der Frage nach, ob bei einer Leiche der Todeszeitpunkt mithilfe der Ammoniumkonzentration im Boden bestimmt werden kann. Dazu ließ er Hühnerfleisch verwesen, analysierte entnommene Bodenproben auf ihren Ammoniumgehalt und berücksichtigte zusätzlich Umweltfaktoren wie Temperatur und Niederschlag.
In Chemie wurde Peter Pinski (19) aus Konz mit dem Landessieg ausgezeichnet. Der Zivildienstleistende erarbeitete eine verbesserte Methode zur Beschreibung der Kraftfelder zwischen Elektronen. Sein neues Verfahren ist vor allem bei Computersimulationen hilfreich, die das Verhalten von Atomen und Molekülen veranschaulichen. Es ermöglicht Einblicke in experimentell nur schwer nachvollziehbare Sachverhalte. Fabian Lutz und Simon Scholl vom Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler überzeugten die Jury in Geo- und Raumwissenschaften. Die beiden 17-Jährigen entwickelten kostengünstige Pontons aus schwimmenden, dünnwandigen Betonwaben als Trägersystem für Gebäude in hochwassergefährdeten Gebieten.
Die Steganografie ermöglicht eine sichere Kommunikation im Internet: Florian Gerlach (18) vom Pamina-Schulzentrum in Herxheim entwickelte ein Verfahren, bei dem verschlüsselte Daten in Bilddateien versteckt werden, sodass sie bei der Übertragung nicht entdeckt werden können. Er siegte im Fach Mathematik/Informatik. Alexander Roth (19) von der Universität Mainz konnte sich im Fachgebiet Physik mit einer selbst programmierten Software durchsetzen, die sich unter anderem für Lehrzwecke eignet. Mit dem Programm lassen sich Interferenzbilder und Diagramme simulieren.
Blockheizkraftwerke zur Erzeugung von Strom und Wärme werden schon seit einiger Zeit umweltfreundlich mit Rapsöl betrieben. Der Technik-Sieger Peter Bendix (19) rüstete ein Kraftwerk so um, dass das Rapsöl auch als Schmiermittel verwendet werden kann. Durch den kompletten Verzicht auf fossile Energieträger erzeugt die Anlage kaum mehr Kohlenstoffdioxid. Das Chemie-Projekt von Vladislav Vasilenko (17), Tony Schade (18) und Noah Strobel (18) vom Eleonoren-Gymnasium Worms wurde mit dem Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit ausgezeichnet. Die Nachwuchswissenschaftler beschäftigten sich mit der sogenannten Grätzelzelle, einer Farbstoff-Solarzelle, die Licht in Strom umwandelt. Ziel ihres Projekts war die Nutzung von Wandfarbe für die Grätzelzelle, um so etwa aus Hauswänden Energie zu gewinnen.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet der 44. Bundeswettbewerb vom 21. bis 24. Mai 2009 in Osnabrück statt. Das Finale wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
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