Bayerischer Elternverband

Mittelschule braucht systemische Unterstützung

Übereinstimmend berichten Mittelschullehrer, dass sich in ihren Klassen etwa 15 Prozent auffällige Schüler befänden, die 85 Prozent der Aufmerksamkeit des Lehrers benötigten, während weniger herausfordernde Schüler zurückstehen müssten. Bei zwar verhältnismäßig kleinen Klassen im ländlichen Bereich könne man besonders in den Ballungsräumen bei Weitem nicht jedem Schüler gerecht werden.

10.03.2015 Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Der Bayerische Elternverband e. V. (BEV) bestätigt diese Beobachtung. Neben dem Effekt, dass sich infolge der Sortierung der Schüler auf verschiedene Schularten vor allem an den Mittelschulen die anspruchsvollsten Schüler anhäufen, kritisiert er, dass diese Schulart zudem die Hauptbürde in Sachen Inklusion zu leisten hätte. "Wenn die Mittelschulen schon den größten Anteil an stark unterstützungsbedürftigen Schülern haben, brauchen Sie dafür auch besondere Hilfe", sagt Martin Löwe, der Landesvorsitzende des BEV. "Das Land Schleswig-Holstein macht derzeit mit der Einführung von "Assistant Teachers" vor, wie man in einem Zuge schwierigen Schülern gerecht werden, die Bedürfnisse behinderter Kinder erfüllen und zugleich besondere Interessen und Begabungen der Kinder fördern kann. Das ist Inklusion!" Inklusion bedeute nicht nur das Eingliedern behinderter Kinder, sondern ein System, das die Bedürfnisse sämtlicher Kinder erfüllt, was letztlich die Etikettierung in "behindert" oder "nicht behindert" zugunsten von "verschiedenen" überflüssig mache.

Vor kurzem hat der bayerische Elternverband eine Anfrage an Staatssekretär Eisenreich gerichtet, wie er dazu stehe, dass das wesentlich ärmere Schleswig-Holstein sich derartige Zweitkräfte im Unterricht leistet, das reiche Bayern eine derartige systemische Unterstützung jedoch ablehnt, weil sie angeblich nicht finanzierbar sei. – Auf die Antwort darf man gespannt sein.


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