Modell Hamburg Süd:

"Mit dem heute beschlossenen Modell Hamburg-Süd will der Senat im Schulbau neue Wege gehen. Hamburg steckt erheblich mehr Geld in die Bildungsinfrastruktur, um Schülerinnen und Schülern ein attraktiveres Lern- und Lebensumfeld Schule zu verschaffen. Außerdem steigern wir die Effizienz im Schulbau und in der Bewirtschaftung der Schulen nachhaltig", sagte Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig heute zum Beschluss des Senats "Modell Hamburg Süd".

13.02.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

An dem Modell nehmen auf freiwilliger Basis 32 der insgesamt 54 allgemeinbildenden Schulen aus dem Süden Hamburgs teil. Für rund 17.500 Schülerinnen und Schüler werden in den kommenden fünf Jahren Schulgebäude und –flächen im Umfang von 270 Millionen Euro durch das öffentliche Unternehmen GWG Gewerbe saniert bzw. neu errichtet. Über 25 Jahre wird der Senat insgesamt rund 756 Mio. Euro (inklusive Kapitaldienst) im Rahmen des Modells Hamburg Süd für Schulen ausgeben. Ein Großteil entfällt mit rund 270 Mio. Euro auf Sanierungs-, Neu- sowie Erweiterungsbauleistungen, 150 Mio. Euro über 25 Jahre auf eine werterhaltende Bauunterhaltung. Durch den so gewonnen dauerhaften Werterhalt und die Vermeidung von Folgeschäden entsteht ein mittel- bis langfristiger Effizienzgewinn von rund 83 Mio. Euro gegenüber einer konventionellen Eigenerledigung durch die Behörde für Bildung und Sport. Ein von der renommierten Unternehmensberatung KPMG durchgeführter Eirtschaftlichkeitsvergleich bestätigt die Vorteilhaftigkeit einer Partnerschaft mit der GWG Gewerbe gegenüber einer öffentlichen Eigenerledigung mit einem Barwertvorteil von rd. 12,2. Prozent.

Der Senat hatte die Behörde für Bildung und Sport am 4. Juli letzten Jahres beauftragt, mit dem Unternehmen GWG Gewerbe in Verhandlungen zu treten. Die Firma GWG Gewerbe ist als Tochter der SAGA GWG zu 100 Prozent in städtischem Besitz. Die Vertragsverhandlungen wurden nun erfolgreich mit Vertrags-Paraphierungen abgeschlossenen. Sanierungsbeginn soll der 1. Juli dieses Jahres sein. Um den Sanierungsstau mit immer weiter zunehmenden Schäden zu beheben, soll die GWG Gewerbe die Schulimmobilien bis Mitte 2012 komplett sanieren. Gleichzeitig werden erforderliche Erweiterungsbaumaßnahmen durchgeführt. Die GWG Gewerbe wird darüber hinaus für einen Zeitraum von 25 Jahren zu einer werterhaltenden Bauunterhaltung verpflichtet, die dauerhaft einen gepflegten sowie den pädagogischen Anforderungen entsprechenden Gebäudezustand gewährleistet und einen erneuten Sanierungsstau am Ende der Vertragslaufzeit ausschließt. Die finanziellen Mittel werden unter Betrachtung des Lebenszyklus der Immobilien zum Einsatz gebracht, um einen dauerhaften Erhalt des Wertes der Gebäudesubstanz der einzelnen Schulgebäude sowie Kostentransparenz sicherzustellen.

Die beschlossene Vorlage des Senats wird voraussichtlich im Mai in der Bürgerschaft beraten. Die Verträge können erst nach dem zustimmenden Beschluss der Bürgerschaft unterzeichnet werden und in Kraft treten.

Hintergrund der Senatsentscheidung für dieses Modell ist ein stetig wachsender Sanierungsstau in den Schulen. Nicht beseitigte Schäden führen zu immensen Folgeschäden; damit steigt das Schadensvolumen jedes Jahr um circa 6 Prozent. Allein in den teilnehmenden Schulen im Hamburger Süden ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten ein Sanierungsstau von rund 153 Mio. Euro (ohne Neubauten) entstanden. Ohne Veränderungen des Systems würde es schätzungsweise Jahrzehnte dauern, bis die Gebäude saniert wären.

Das Modell Hamburg-Süd stellt einen Einstieg in ein neues System von Schulbau, Bauunterhaltung und Bewirtschaftung in Zusammenarbeit mit externen Partnern dar. Angesichts knapper öffentlicher Kassen sind derartige Partnerschaften ein neuer Weg zur Bereitstellung von staatlichen Leistungen. Allerdings stellt das Modell Hamburg Süd als Öffentlich-Öffentliche Partnerschaft einen eigenständigen hamburgischen Ansatz dar, der auf die besonderen Rahmenbedingungen zugeschnitten ist und mit anderen Projekten einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft im Schulbau nur bedingt vergleichbar ist. Die Zusammenarbeit der beiden Partner hat das Ziel, unter beherrschbaren Rahmenbedingungen Modellsicherheit für die Neuorganisation des Schulbaus zu erhalten und die Spirale aus mangelnder Bauunterhaltung, Sanierungsstau und daraus resultierenden Folgeschäden zu beenden.

Die GWG Gewerbe wird die Bau- und Bewirtschaftungsmaßnahmen in enger Abstimmung mit der Behörde für Bildung und Sport und den Schulleitungen durchführen. Zur größtmöglichen Vermeidung von Beeinträchtigungen des Schulbetriebes wird ein Ablaufplan für die jeweiligen baulichen Maßnahmen ausgearbeitet und mit der Behörde für Bildung und Sport und den Schulleitungen abgestimmt. Da die GWG Gewerbe die Gesamtverantwortung für die Bewirtschaftung der Schulimmobilien übernimmt, sollen auch die Hausmeister und die in den Schulen tätigen Ehepartnerinnen zur GWG Gewerbe wechseln. Dies soll im Wege eines freiwilligen Personalübergangs stattfinden, der die wirtschaftliche Besitzstandswahrung und den Erhalt der Dienstwohnungen umfasst. Betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen. Hausmeister haben im Bereich des Sanierens, Baus und der Bewirtschaftung ihrer Schulen eine Schlüsselstellung.

Stadtentwicklungssenator Axel Gedaschko: "Gerade im Bereich südlich der Elbe verspricht eine Kooperation mit der GWG Gewerbe deutliche Synergien zwischen aktiver Stadtteilentwicklung und Schulbauförderung. Darüber hinaus wird sich das Modell Hamburg-Süd auch positiv auf die Auftragslage des hamburgischen Handwerks auswirken."

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Mit dem Modell Hamburg-Süd schaffen wir schöne und anregende Schulräume für Harburgs Schülerinnen und Schüler in vergleichbar kurzer Zeit zu vergleichbar geringeren Kosten. Sollte sich das Modell wie erwartet bewähren, werden wir über eine Ausdehnung nachdenken."

Am Modell Hamburg Süd teilnehmende Schulen

1 Schule an der Burgweide Grundschule
2 Schule Arp-Schnitger-Stieg G
3 Schule Buddestraße G
4 Schule Cranz G
5 Schule In der Alten Forst G
6 Schule Kapellenweg G
7 Schule Lange Striepen G
8 Schule Neuland G
9 Schule Quellmoor G
10 Schule Rönneburg G
11 Schule Rotenhäuser Damm G
12 Schule Scheeßeler Kehre G
13 Schule Bunatwiete/Maretstrasse Grund-, Haupt- und Realschule
14 Schule Ehestorfer Weg GHR
15 Schule Fährstraße GHR
16 Schule Stübenhofer Weg GHR
17 Schule Weusthoffstraße GHR
18 Gesamtschule Finkenwerder Gesamtschule
19 Gesamtschule Fischbek GS
20 Gesamtschule Harburg GS
21 Gesamtschule Kirchdorf GS
22 Gesamtschule Süderelbe GS
23 Gesamtschule Wilhelmsburg GS

24 Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Gymnasium
25 Friedrich-Ebert-Gymnasium GY
26 Gymnasium Finkenwerder GY
27 Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg GY
28 Heisenberg-Gymnasium GY
29 Immanuel-Kant-Gymnasium GY
30 Gymnasium Süderelbe GY

32 Frieda-Stoppenbrink-Schule Sonderschule
32 Sprachheilschule Wilhelmsburg Sonderschule


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