Möglichkeiten für Quereinsteiger in den Schuldienst
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport wird möglicherweise sogenannten Quereinstei-gern auch in ausgewählten Fächern der allgemein bildenden Schulen den Weg in den Schul-dienst ermöglichen. Bislang hatte es diese Chance in der Praxis vor allem an Berufs- oder Europa-schulen gegeben. Möglich und bekannt war sie in der heutigen Form seit der Verabschiedung des Lehrerbildungsgesetzes jedoch bereits seit dem Frühjahr 2005.
08.05.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungQuereinsteiger verfügen selbstverständlich über ein abgeschlossenes Hochschulstudium und haben sich in der Regel auch in der beruflichen Praxis außerhalb der Schule bewährt. Diese Quereinsteiger in den Lehrerberuf erhalten ihre Ausbildung berufsbegleitend. Diese Ausbildung umfasst, im gleichen Umfang wie bei regulären Referendaren auch, acht- bis zehnstündigen Ausbildungs-unterricht und die Schulung in schulpraktischen Seminaren mit sechs bis sieben Stunden pro Woche. Ein Quereinsteiger hat zusätzlich eine Unterrichtsverpflichtung von maximal sieben Stunden pro Woche, abhängig von seinem individuellen Arbeitsvertrag.
Die jetzige mögliche Ausschreibung für einzelne Fächer wie Mathematik, Latein oder Musik ist eine reine Vorsorgemaßnahme, sollte sich in diesen Fächern nicht eine ausreichende Zahl von Bewerbern mit einer abgeschlossenen Lehramtsausbildung finden. Reguläre Laufbahnbewerber haben immer Priorität.
Bildungssenator Klaus Böger: "Berlin hat als Bildungsstandort in Deutschland für junge Lehrer eine ungebrochene Attraktivität: Allein im letzten Jahr kamen 2000 Bewerber auf rund 580 zu besetzende Plätze, während in anderen Region Deutschlands ein Mangel an diesen Lehrkräften herrscht. Das Überangebot in Berlin hatte zur Folge, dass wir leider auch fertige Referendare, die in Berlin ausgebil-det wurden, nicht übernehmen konnten.
Wir sind einer Ausstattungsquote von 105 % verpflichtet und können – so gern wir dies wollten – aufgrund der Haushaltssituation keine junge Lehrer auf Vorrat einstellen.
Ob durch die jetzige Öffnung für Quereinsteiger an allgemein bildenden Schulen überhaupt eine ein-zige interessierte Kraft eingestellt werden kann, ist fraglich. Die Aufregung um angebliche "Hilfslehrer" ist viel Lärm um Nichts. An Berlins allgemeinbildenden Schulen werden auch künftig nur Lehrer unterrichten, die eine entsprechende Ausbildung haben oder sich in einer berufsbegleitenden Weiter-bildung zum Lehrer befinden."
Berlin verzeichnet übrigens seit Jahren sinkende Schülerzahlen an allgemein bildenden Schulen - von 361.000 im Jahr 2000 auf 321.000 im Jahr 2005.
Böger: "Durch diese Entwicklung würden eigentlich 2.000 Lehrer weniger benötigt. Stattdessen haben wir 3700 neu eingestellt, z.B. um Kinder stärker in Deutsch zu fördern, kleinere Klassenfrequenzen zu ermöglich und einen Mangel in bestimmten Fächern auszuschließen."
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