Nachhilfe: das corpus delicti der Bildungsungerechtigkeit

Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung der Universität Landau (zepf) hat es durch eine Umfrage bestätigt: Nachhilfe funktioniert. Die Kinder können außerhalb der Schule ihren Wissensrückstand aufholen und bekommen wieder Spaß am Lernen. Wen wundert's? Wird doch hierbei genau das geleistet, was unser Schulsystem zwar propagiert, aber nicht leistet: individuelle Förderung, einzeln oder in kleinen Gruppen.

09.05.2009 Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Dass allerdings laut dem geschäftsführenden Leiter des zepf, Prof. Dr. Reinhold S. Jäger, Nachhilfe "ein wichtiges Stützsystem zur Wahrung der Chancengerechtigkeit" sei, sorgt beim Bayerischen Elternverband für Verblüffung. "Was hat Nachhilfe mit Gerechtigkeit zu tun, wo doch Kinder weniger vermögender Eltern gar nicht darauf zurückgreifen können?" fragt Ulrike Stautner, die stellvertretende Vorsitzende. "Es ist eine schlichte und traurige Wahrheit, dass hierzulande Bildung nach wie vor vom Geldbeutel der Eltern abhängt!"

Bildungsgerechtigkeit gebe es nur dann, wenn entweder der Staat die Kosten für private Nachhilfe übernehme oder das öffentliche Schulwesen die Qualität des Unterrichts so verbessere, dass Nachhilfe überflüssig wird. "An dem Maß, in dem Nachhilfe nötig wird, muss sich die Qualität unserer öffentlichen Schulen messen lassen!"


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